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Klassenfahrten 2.0: Erste digitale Jugendherberge in Osnabrück
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Heimat shoppen erfolgreich: Kampagne geht weiter – regionalen Handel stärken
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Burger und Sprit: ''Lila-weiße'' Tankstelle an der Bremer Brücke
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55.000 Geräte werden angepasst: Erdgasumstellung geht in die heiße Phase
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Zoo-Lights: Laternenwoche mit Rudelsingen zum Finale

(eb/pr) Osnabrück, 2. November 2018 / Farbenfrohe Lichter in den Bäumen, in den Büschen und auch auf den Wegen – das erwartet Besucher beim großen Endspurt der „Zoo-Lights“ vom 5. bis 11. November im Zoo Osnabrück. Mit der Laternenwoche greift der Zoo eine alte Tradition für Klein und Groß nach über zehn Jahren Pause erneut auf, der letzte Laternenumzug fand 2006 statt: „Wir nutzen die l...

Freizeit & Kultur

Ausstellung: ''Bürgermeisterzimmer in Deutschland''

Die aktuelle Ausstellung im kulturgeschichtlichen Museum zeigt Bürgermeisterzimmer in ganz Deutschland – so wie die Osnabrücker Version, die Jörg Winde im Jahr 2010 aufnahm. © für Abbildung: PR; Quelle: Stadt OS; Aufnahme: Jörg Winde  (pr/eb) Osnabrück, 20. Juni 2018 / Noch bis 23. September zeigt das Kulturgeschichtliche Museum die Ausstellung "Bürgermeisterzimmer in Deutschland" mit Fotografien von Jörg Winde. Bürgermeisterzimmer sind Orte wechselnder Bestimmungen. Als Diensträume von Stadtoberhäuptern bilden sie Orte der Repräsentation und als abgegrenzte Räume umfassen sie die Rückzugsorte der Amtsträger. Gleich einer wissenschaftlichen Studie stellte sich Jörg Winde dem Thema.

Der Professor für Fotografie reiste fast sieben Jahre lang quer durch Deutschland, um die Amtszimmer als Zeugnisse ihrer Zeit zu dokumentieren. Insgesamt entstanden 120 Aufnahmen, von denen in Osnabrück eine Auswahl gezeigt wird. Kühl und sachlich wirken die Fotografien und lassen an Vertreter der Düsseldorfer Fotoschule - etwa Candida Höfer - denken. Der Fotograf schafft Bedingungen, die den direkten Vergleich ermöglichen: Die Kameraperspektive ist immer auf Augenhöhe und der Standpunkt des Betrachters ist stets in der Position des Eingangs.

So wird der Betrachter zum Gast, während die Gastgeber unsichtbar bleiben. Jörg Winde verzichtet auf die Ablichtung der Bürgermeister, so dass der menschenleere Raum selbst von seiner Funktion, von der Stadt und der abwesenden Person erzählt. In der Serie fallen sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede der verschiedenen Bürgermeisterzimmer ins Auge. Detektivisch kann den Spuren administrativem Handelns und persönlicher Vorlieben in den Fotografien nachgegangen werden.
 
Unterschriftenmappen stapeln sich nicht nur im Wormser Bürgermeisterzimmer auf dem Schreibtisch. Auf den Konferenztischen werden mit Kaffeetafeln Zusammenkünfte vorbereitet. Stadtwahrzeichen wie der Berliner Bär in Miniatur geben die Orte der Bürgermeisterzimmer zu erkennen. Meeresmotive zieren die Wände des Husumer Bürgermeisterzimmer, in dem Osnabrücker sind es zum Zeitpunkt der Aufnahme Werke von Felix Nussbaum und Paul Uwe Dreyer.

In Kassel setzt eine Fotografie, die Joseph Beuys zeigt, ein Zeichen. Helligkeit und Neutralität prägen die von großen Fenstern und hellem Weiß dominierten Räume in Stuttgart oder Oldenburg. In Ravensburg dagegen sorgen historische Holzwände und -decken für eine eher gemütliche Atmosphäre.  
 
2005 begann Winde mit ersten Bürgermeisterzimmer-Aufnahmen als er im Rahmen eines studentischen Projektes eine vergleichende Arbeit im Genre der Architektur- und Interieurfotografie zu 15 Kommunen der Hellwegregion nördlich seiner Arbeitsstadt Dortmund auf den Weg brachte. Der nüchterne Blick auf ein Stück Verwaltungs- und Repräsentationsrealität zeigte, dass der unmittelbare Vergleich von Bildern im standardisierten Aufnahmeverfahren zu neuen Interpretationen führen kann.
 
Das Projekt wurde bald über ganz Deutschland ausgeweitet und verdeutlichte, dass der über die Fotografie gewährte Einblick in das Interieur ein gesellschaftlich relevantes Dokument der kulturellen und sozialen Verhältnisse unserer Zeit schaffen kann. "Ich betrachtete mich fortan mehr als Geschichten- und Geschichtsschreiber denn als Fotograf und Bildjäger, und merkte dabei, wie sich die Dimension ‚Zeit‘ ins Bewusstsein schlich. Die Bilder begannen an Wert zu gewinnen, je länger der Punkt zurücklag, an dem sie fotografiert wurden; die Fotografien der Räume reiften zu Zeitdokumenten, so Winde.
   
Kulturgeschichtliches Museum

Ausstellung Bürgermeisterzimmer

Jörg Winde im BFF

 

 


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