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55.000 Geräte werden angepasst: Erdgasumstellung geht in die heiße Phase
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Zoo-Lights: Laternenwoche mit Rudelsingen zum Finale

(eb/pr) Osnabrück, 2. November 2018 / Farbenfrohe Lichter in den Bäumen, in den Büschen und auch auf den Wegen – das erwartet Besucher beim großen Endspurt der „Zoo-Lights“ vom 5. bis 11. November im Zoo Osnabrück. Mit der Laternenwoche greift der Zoo eine alte Tradition für Klein und Groß nach über zehn Jahren Pause erneut auf, der letzte Laternenumzug fand 2006 statt: „Wir nutzen die l...

Freizeit & Kultur

''Wilhelmina'': Theater im alten''Hofzug''

Das Theaterstück ''Wilhelmina'' erzählt von der Exilfahrt von Kaiser Wilhelm II. © für Abbildung: PR; Quelle: Das Letzte Kleinod; Aufnahme: Julia Klawka(pr/eb) Osnabrück, 3. Juli 2018 / Von Samstag bis Montag, 7. bis 9. Juli (jeweils 20 Uhr), präsentiert das Theaterensemble "Das Letzte Kleinod" auf dem Gelände der Firma Brüwer Solar (ehem. Rheinbraun), Mindener Straße 160, das dokumentarische Theaterstück "Wilhelmina" über das Exil von Kaiser Wilhelm II. in den Niederlanden. Das Besondere: Gespielt wird im eigenen Ozeanblauen Zug des Theaters, der wie der Hofzug des Kaisers eingerichtet ist und auf dem Schienenwege zu Aufführungsorten zwischen Potsdam und Utrecht fährt.
 
November 1918, der erste Weltkrieg geht zu Ende, Europa liegt in Schutt und Asche. Der Soldatenaufstand bricht aus und Kaiser Wilhelm II geht mit seinem Zug auf die Flucht. An dem kleinen niederländischen Grenzbahnhof Eijsden wartet er auf die Gewährung von Asyl. Die niederländische Königin Wilhelmina zögert, den Deutschen Kaiser ins Land zu lassen, der von den Alliierten als Kriegsverbrecher bezeichnet wird. Doch schließlich lässt sie das Signal auf freie Fahrt stellen. Mehr als zwei Jahrzehnte wird der ungebetene Gast im niederländischen Exil verbringen.

Das Thema hat auch einen Bezug zu Osnabrück: Der Hauptbahnhof von Osnabrück wurde im Frühjahr 1895 im Beisein von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Exakt 100 Jahre nach dem Ende der Monarchie in Deutschland fährt der Kaiser wieder mit dem Zug von Potsdam in die Niederlande. Doch dieses Mal wird der Kaiser von einem Schauspieler eines Deutsch-Niederländischen Ensembles dargestellt.

Das Stück spielt in einem ozeanblauen Zug – so soll auch damals der Zug des Kaisers ausgesehen haben. © für Abbildung: PR; Quelle: Das Letzte Kleinod; Aufnahme: Julia KlawkaDie Zuschauer erleben die Geschichte des Kaisers hautnah im Speisewagen, in den Unterkünften des Hofstaates, im Salonwagen des Kaisers, in einem Güterwagen und auf den Bahnsteigen. Für das Theaterstück interviewte der Regisseur und Autor Jens-Erwin Siemssen in Deutschland und den Niederlanden ältere Zeitzeugen und ihre Nachfahren, die ihre Eindrücke über den Kaiser, sein Exil und die Bedeutung für die heutige Zeit erzählten. Dabei ist es sogar gelungen, das Patenkind der Kaiserin Hermine ausfindig zu machen.

Auch die Enkelin des niederländischen Grafen Bentinck, bei dem der Kaiser mehrere Monate logierte, konnte für das Stück interviewt werden. Mit historischen Tagebüchern und Presseberichten wurde das Bild von der Flucht und dem Exil des Kaisers vervollständigt. Entstanden ist ein Stück, das einen intimen Einblick in das Privatleben des Kaisers gibt: Ein gescheiterter Herrscher, der seine Frustration über den Verlust der Macht durch das Abholzen und Zersägen ganzer Wälder abbaut.

Der seinem auf wenige Personen verkleinerten Hofstaat oft stundenlange Monologe hält und dabei so sprunghaft und inkonsequent ist wie der derzeitige amerikanische Präsident, so einer der befragten Zeitzeugen. Das Stück setzt sich mit viel Humor und Musik mit diesem bizarren und wenig bekannten Kapitel Deutsch-Niederländischer Geschichte auseinander. Tickets sind für 26,40 Euro online auf der TheaterWebseite sowie bei der Osnabrücker Tourist-Info in der Bierstraße erhältlich.

Theaterensemble ''Das letzte Kleinod''
 

 

 

 


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