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Solarkomplett: Jetzt noch leichter Sonnenstrom vom Dach

(eb/pr) Osnabrück, 8. November 2017 / Stadt, Landkreis und Stadtwerke Osnabrück starten eine Solarstromoffensive: Stadt und Landkreis haben ihr jeweiliges Solardachkataster "renoviert", die Stadtwrrke beteiligen sich an der Offensive mit ihrem Rundum-Sorglos-Paket "Solarkomplett". Die Stadt Osnabrück hat das zuletzt 2012 aktualisierte Solardachkataster mit neuen Funktionen und einem neue...

Bauen & Wohnen

Herbstzeit – Schimmelzeit: Was Mieter und Vermieter jetzt wissen sollten

In Fensternähe entstehen häufig sogenannte Wärmebrücken, an denen sich die Sporen gern ansiedeln. Das hat in der Regel nichts mit dem Lüften, sondern mit mangelhafter Dämmung zu tun. © für Abbildung: PR; Quelle: Jürgen Wegener(pr/eb) Tecklenburg, 23. November 2016 / Gerade die dunklere Jahreszeit ist eine Wachstumssaison für Organismen, die eigentlich niemand in seinen eigenen vier Wänden züchten möchte: Schimmelsporen. Ursächlich dafür ist in manchen Fällen ein fehlerhaftes Lüftungsverhalten der Bewohner. Vor allem aber ist es ein typisches Phänomen der Bauphysik, das oft mit unzureichender Dämmung zusammenhängt. So sorgt der Unterschied zwischen der Wärme im Innern der Räume und den kühlen Außentemperaturen zu einer vermehrten Ausbereitung der gesundheitsschädlichen Pilze.

Der Bausachverständige Jürgen Wegener aus Tecklenburg erklärt den immer wiederkehrenden Prozess: "Zunächst einmal ist Feuchtigkeit der wichtigste Schlüssel für das Schimmelwachstum. Dabei nimmt warme Luft die Feuchtigkeit besonders gut auf. Das Besondere im Zeitraum Herbst / Winter ist, dass die Wärme in den Wohn-, Dach- und Kellerräumen aus physikalischen Gründen einen Temperaturausgleich mit der kälteren Außenluft sucht. An den Wänden kühlt sich in der Folge die warme Luft ab, und dadurch schlägt sich hier – an den sogenannten Wärmebrücken – die Feuchtigkeit nieder".

Bauexperten sprechen in diesem Fall von einer "Kondensation an kalten Bauteilen". Ein Bauteil gilt als kalt, wenn der Temperaturunterschied zur Raumluft fünf Grad übersteigt. Feuchtigkeit bietet den idealen Nährboden an Wänden und Möbeln oder in Fliesenfugen. In organischen Materialien wie Tapeten, Gipskarton oder Staub und der Kombination mit Feuchtigkeit finden die Sporen somit ein ideales Umfeld, um sich zu vermehren. Schimmelsporen, die mikroskopisch kleinen Samen des Schimmels, befinden sich ständig in der Atemluft und siedeln sich dort am schnellsten an, wo sie dafür die idealen Bedingungen vorfinden.

Die nötige Feuchtigkeit wird nicht nur von außen zugeführt, sondern entsteht permanent durch Duschen, Waschen, Trocknen, Kochen sowie normales Schwitzen und Atmen. Darum ist es laut Wegener auch nicht leicht, das Entstehen und Ausbreiten von Schimmel gänzlich zu verhindern: "Schon in der Planungsphase eines Gebäudes und ebenso bei der Errichtung ist auf eine hochwertige Dämmung zu achten. Luftzirkulation und eine gute Lüftung zum Beispiel mit einer Lüftungsanlage inklusive Wärmerückgewinnung sind eine gute Voraussetzung, um Sporenausbreitungen von vornherein zu minimieren".

Im Falle eines Befalles ist sofortiges Eingreifen gefragt, um die Wohngesundheit langfristig sicherzustellen, so der Bautechniker weiter. Die Mieter sind in der Regel verpflichtet, ihre Vermieter umgehend über Schimmelvorkommen zu informieren. Nur so kann eine Sanierung beizeiten erfolgen, zu der der Vermieter ohnehin verpflichtet ist: Er hat dafür zu sorgen, dass die Wohnung vertragsgemäß nutzbar ist. Unabhängig davon, ob ein Baumangel (auf Vermieterseite) oder ein unzureichendes Heizen und Lüften (auf Mieterseite) vorliegt: In jedem Fall ist ein effektiver Sanierungsplan inklusive Schutzmaßnahmen zu erstellen. Hier spielt die richtige Entfernung des Schimmels eine ebenso wichtige Rolle wie die Beseitigung der Ursachen. Diese lassen sich durch fachmännische Begutachtung und Messungen ermitteln; auch die Analyse von Laborproben führt zu eindeutigen Diagnosen.

Den Einsatz von traditionellen Hausmitteln und "Omas Hausapotheke" hält Wegner für gänzlich ungeeignet, um den Schimmel nachhaltig zu entfernen: "Einige dieser Mittel sind wirkungslos bis kontraproduktiv - wie zum Beispiel Essig. Andere wirken zwar, stehen aber im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein". Die Maxime müsse daher lauten, neben den Sporen selbst auch deren "Biotop" anzugreifen. Nur so seien Gesundheitsschäden und erneute, aufwendige Sanierungen auf Dauer zu vermeiden.

Den Mietern und Vermietern gibt Jürgen Wegener folgende Tipps zur Vorbeugung des Schimmelbefalls: Möbel sollten mit mindestens sechs cm Abstand zur Wand aufgestellt werden, damit die Luft zirkulieren kann. Mehrmals täglich sollte bei voll geöffneten Fenstern gelüftet werden, Kipplüftung sollte vermieden werden. Kühle Räume wie unbeheizte Keller sollte man im Sommer geschlossen halten. Schwüle, feuchte Sommerluft gehört nicht in die Wohnung. Dies ist besonders wichtig bei Wohnräumen in Kellern, aber auch für normale Kellerräume. Spritzwasser nach dem Baden oder Duschen aufnehmen, lüften und die Raumluft wieder erwärmen. Türen zu kälteren Räumen wie Schlafzimmern immer geschlossen halten.

Jürgen Wegener ist gelernter Zimmermann (seit 1995) und Bautechniker (seit 1998) und hat praktische Erfahrungen auf den unterschiedlichsten Gebieten des Bauwesens gesammelt. Im Laufe seiner Karriere erhielt er wertvolle Einblicke in fast alle Sparten des Bauwesens. Schwerpunkte bildeten dabei Abbund, Richten, Treppenbau, Trockenbau und die Montage von Baufertigteilen ebenso wie die Tätigkeit als Einschaler, Betonbauer sowie Monteur von Betonfertigteilen. Seit 2011 ist Wegener sowohl geprüfter Bausachverständiger als auch Energieberater. Mit seiner gutachterlichen Kompetenz berät er sowohl private Bauherren und Mieter als auch gewerbliche Kunden wie Hausverwaltungen und Handwerker in einem großräumigen Gebiet vom Kreis Steinfurt über den Raum Osnabrück und das Münsterland bis nach Ostwestfalen.

Jürgen Wegener

 


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