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Neu: Hilfe bei Diskriminierung
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Hellmann konnte Konzernergebnis erneut steigern
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Hanne Seifert stellt in der Dörenberg-Klinik aus
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''Tierische'' Veränderungen im Zoo
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Neu: Hilfe bei Diskriminierung

(pr/eb) Osnabrück, 22. Mai 2018 / Auch in der Stadt Osnabrück gibt es jetzt eine Antidiskriminierungsstelle. Nachdem der Rat sich bereits 2014 mit dem Thema beschäftigte, wurde beschlossen, diese zentrale Aufgabe nicht an einen externen Träger zu vergeben. Zu finden ist sie nun im Gebäude Bierstraße 29/31, dort ist auch die Gleichstellungsbeauftragte und das Dritte-Welt-Zentrum ansässig....

Stadt & Land

Volkszählung im Zoo: 2.656 Tiere aus 298 Arten

Bei der tierischen Inventur wird manchmal auch gemessen: Seehundnachwuchs Fenja (r.), die am 7. Juli 2017 zur Welt kam, entwickelt sich prächtig (mit Kurator Andreas Wulftange und Tierpfleger-Azubi Cathi George).(eb/pr) Osnabrück, 23. Januar 2018 / Alle Jahre wieder – heißt es für Bewohner und Betreuer des Osnabrücker Zoos immer zu Anfang eines neuen Jahres. Denn dann ist Zählzeit: Alle Tiere mussten für die jährliche Inventur erfasst werden. Es entkam keiner: Nach neuestem Stand leben 2.656 Individuen aus 298 Arten im Tierpark am Schölerberg – erneut ging die Anzahl der einzelnen Tiere zurück, die Artenvielfalt hingegen stieg gegenüber dem Vorjahr an. Mit Klemmbrett und Stiften ausgestattet zählten die Tierpfleger und wissenschaftlichen Mitarbeiter in den vergangenen Tagen ihre Schützlinge.

Dabei ist gerade bei den gefiederten und geschuppten Zoobewohnern das Durchzählen keine leichte Aufgabe. Bei vielen Fischarten schätzen die Zoomitarbeiter die Anzahl der Individuen oder fotografieren die Aquarien, um die Fische zählen zu können. Im Tetra-Aquarium gab es auch die größten Veränderungen: Zwar sind hier die meisten neuen Arten eingezogen, aber der Bestand insgesamt nahm ab.

"Im Tetra-Aquarium haben wir einige Becken umgestaltet und so sind zum Beispiel 76 Tiere aus 10 Malawisee-Barscharten neu in das Malawi-Becken eingezogen", berichtete Andreas Wulftange, wissenschaftlicher Kurator im Zoo und zuständig für die jährliche Inventur der Tierwelt. Zusätzlich sind Doktorfische, Riffbarsche, Grundeln, Garnelen und ein Feilenfisch eingezogen. Außerdem sind am Ausgang zwei neue Tetra Aqua-Art Aquarien aufgebaut worden.

"Auch bei den Wirbellosen und Säugetieren hatten wir einen Zuwachs an Arten, bei den Vögeln, Reptilien und Amphibien ist die Zahl dagegen gesunken", so Wulftange weiter. "Natürlich überprüfen unsere Tierpfleger jeden Morgen Anzahl und Gesundheitszustand ihrer Zöglinge. Einmal im Jahr wird dann komplett durchgezählt und wir tragen alle Zahlen zusammen. Bei den Elefanten und Giraffen ist das Zählen ja noch leicht – bei Ameisen oder Hummeln wäre es allerdings kaum zu schaffen, jedes einzelne Tier zu zählen", schmunzelte der Biologe. Ameisen, Hummeln oder auch Stabschrecken werden daher als Volk oder Gruppe gezählt.

"Die Zahlen müssen wir anschließend an verschiedene Behörden geben – so zum Beispiel an das Veterinäramt sowie die Naturschutzbehörden. Alle Zu- und Abgänge müssen gemeldet werden und die Behörden können auch stichprobenartig die Papiere bestimmter Tiere anfordern", erläuterte Wulftange. Insbesondere geschützte Tiere dürften nicht von jedem gehalten und gezeigt werden: "Die Behörden prüfen unsere Unterlagen und stellen anschließend die Genehmigung zur Haltung und Ausstellung der Tiere aus".
 
Besonders große Veränderungen gab es 2017 bei den Elefanten: "Nachdem wir mehrere Jahre auf Asiatische Elefantenkühe gewartet haben, zogen im Frühjahr endlich die Weibchen Douanita und Sita aus dem Zoo Prag bei uns ein. Zudem kam Minh-Tan zur Welt – der erste Elefant, der bei uns geboren wurde", freute sich Wulftange. Aber auch bei den Seehunden, Flachlandtapiren, Polarfüchsen, Warzenschweinen, Klammeraffen, Vielfraßen und Servalen gab es Nachwuchs.

Auch dieser Königspython kommt ein Mal im Jahr in den "Genuss" einer Wiege- und Messaktion. © für Abbildung: PR; Quelle: Zoo OS; Aufnahme: Lisa JosefDoch nicht nur die "ganz großen" Geburten stehen im Zoo im Mittelpunkt: "Bei unseren Rothaubenturakos, die in der Voliere gegenüber vom Eingang des Tetra-Aquariums leben, sind im vergangenen Jahr vier Weibchen geschlüpft", berichtete Wulftange. Mit der afrikanischen Turakoart beteiligt sich der Zoo Osnabrück am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm der Zoos, über das die Nachzucht der Tierart wissenschaftlich koordiniert wird.

"An sich ist der Schlupf noch nicht allzu außergewöhnlich. Allerdings sind unter den 67 Zoos, die sich am Zuchtbuch der Rothaubenturakos beteiligen, bei uns die einzigen Weibchen geschlüpft – und daher ist dieser Nachwuchs eben doch sehr wichtig für die Nachzucht", so der Kurator.
 
Die Nachzucht der Schnee-Eulen hat seit kurzem an Bedeutung gewonnen: Die Weltnaturschutzorganisation IUCN führt die "Rote Liste bedrohter Arten" und hat vor wenigen Wochen die Schnee-Eule erstmals als "gefährdet" eingestuft. Im Zoo Osnabrück leben derzeit fünf Schnee-Eulen, eine davon schlüpfte im vergangenen Jahr.

"Leider landen immer mehr Tiere auf dieser Liste und werden als bedroht eingestuft. Eine wichtige Aufgabe der Zoos ist es, sich aktiv durch Nachzucht am Arterhalt zu beteiligen und eine stabile Population in menschlicher Obhut aufzubauen – daher ist auch ein Kommen und Gehen unter den Zoobewohnern sehr wichtig", erklärte der Biologe. Durch den Austausch der Tiere unter den Zoos werde Inzucht vermieden und von den jeweiligen Arten könne eine stabile Population entstehen.
 
Neben den Veränderungen im Aquarium sorgte auch die neue "Manitoba"-Welt für die Erweiterung der Artenvielfalt: Dort zogen zwei Schwarzbären, drei Waldbisons und sechs Hudson-Bay-Wölfe ein. Der Zoo beherbergt seit dem vergangenen Jahr außerdem Blütenfledermäuse und Guteschafe. Noch im Dezember zog der Orang-Utan Damai ein – erster Bestandteil eines neuen Zuchtpaares. Tragisch hingegen war der Abgang der Hybridbärin Tips, die erschossen werden musste, als sie sich aus ihrem Gehege befreite. Nichts ist so beständig wie die Veränderung: Allein durch die komplette Fertigstellung von Manitoba werden weitere neue Tierarten am Schölerberg erwartet. Außerdem soll Orang-Utan Damai eine Partnerin erhalten.

Zoo Osnabrück

 
 


 

 

 


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