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Zum 67. Mal: Steckenpferdreiten über die Rathaustreppe
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Im Sauseschritt: Oberbürgermeister empfängt Karnevalisten
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Fahrrad-Abstellanlagen werden geräumt
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Start frei: Poco eröffnet an der Hannoverschen Straße
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Zum 67. Mal: Steckenpferdreiten über die Rathaustreppe

(eb/pr) Osnabrück, 16. Oktober 2018 / Am 25. Oktober 1648 wurde von der Treppe des Osnabrücker Rathauses der Westfälische Frieden verkündet. In Erinnerung daran wird alljährlich in Osnabrück am 25. Oktober der Friedenstag gefeiert. Aus diesem Anlass ziehen auch in diesem Jahr am Donnerstag, 25. Oktober, die Viertklässler der Grund- und Förderschulen Osnabrücks mit selbstgebastelten Steck...

Stadt & Land

Neue Bleibe: Sievert-Stiftung zieht in Geburtshaus von Vordemberge-Gildewart

Ein dauerhaftes Zuhause findet die Sievert-Stiftung im Geburtshaus von Friedrich Vordemberge-Gildewart (VG). Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (r.) empfing neben den Stiftungsvorständen Niklas (l.) und Prof. Dr. Hans-Wolf Sievert (2.v.r.) auch die Gründer der VG-Initiative und derzeitigen Bewohner des Hauses, Dr. Siegfried Hoffmann und Renate Hoffmann-Schilhan. © für Abbildung: PR; Quelle: Stadt OS; Aufnahme: Dr. Sven Jürgensen(eb/pr) Osnabrück, 26. Januar 2918 / Seit ihrer Gründung im Jahr 2013 ist die Sievert-Stiftung für Wissenschaft und Kultur im Hause des Gründers Prof. Dr. Hans-Wolf Sievert am Mühleneschweg (Quick-Mix) angesiedelt. Dies wird sich demnächst ändern: Sie zieht passenderweise in das Geburtshaus des Künstlers Friedrich Vordemberge-Gildewarts im Herzen der Osnabrücker Altstadt. Die derzeitigen Besitzer und Gründer der Osnabrücker VG-Initiative, Renate Hoffmann-Schilhan und Dr. Siegfried Hoffmann haben der Stiftung das Haus geschenkt.

Einzige daran geknüpfte Bedingung ist ein lebenslanges Wohnrecht in dem Gebäude, das von dem Ehepaar schon seit den 1980er Jahren bewohnt wird. Dieses Recht haben die Vertreter der Sievert-Stiftung freimütig eingeräumt. Mit einem Empfang im Friedenssaal des historischen Rathauses wurde diese Schenkung in einem feierlichen Rahmen gewürdigt.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert erinnerte an VGs Lebensweg: "Mit Erich Maria Remarque, Hans Calmeyer und Felix Nussbaum verbindet Vordemberge-Gildewart, dass er die Schande des nationalsozialistischen Regimes nicht tragen wollte und so zu den aufrechten Menschen in unserem Land zählte. Auch ihm – verheiratet mit einer jüdischen Frau, seine Kunst von den Nationalsozialisten als 'entartet' diffamiert – blieb nur das Exil als Ausweg".

Er sei Osnabrück immer eng verbunden gewesen und wurde von dieser mit der Justus-Möser-Medaille ausgezeichnet: "Die höchste Auszeichnung, die wir zu vergeben haben. Seine letzte Ruhe hat Friedrich Vordemberge-Gildewart in seiner Familiengruft auf dem Hasefriedhof gefunden", so Griesert. Seinen Familiennamen Vordemberge hatte er um "Gildewart" erweitert, um sich von einem Verwandten gleichen Namens abzuheben – und ehrte damit die Osnabrücker Altstadtgasse, in der er aufgewachsen war.

Zunächst nach seinem Tod mehr oder weniger in Vergessenheit geraten, sorgte Dr. Siegfried Hoffmann mit der Gründung der VG-Initiative im Jahr 2005 für eine Wiederbelebung der Kunst dieses großen Sohnes der Friedensstadt. Bereits 1982 haben die Hoffmanns VGs Geburtshaus gekauft und mit einer Gedenktafel versehen. 1999 wurde ihnen bei einer VG-Ausstellung im Kulturgeschichtlichen Museum auch die Bedeutung dieses Osnabrücker Malers bewusst, die zu der Gründung der VG-Initiative unter der Schirmherrschaft des damaligen  Oberbürgermeisters Hans-Jürgen Fip führte.

Die Aktivitäten der Initiative mündeten nach verschiedenen anderen Projekten in einem fast zwei Jahre dauernden "Gedenkjahr" anlässlich des 50. Todestages VGs, das den Künstler nicht nur den Osnabrückern näherbrachte und für eine große Aufmerksamkeit sorgte. Für sein Engagement wurde Siegfried Hoffmann im Jahr 2014 mit der Osnabrücker Bürgermedaille geehrt.

Prof. Dr. Hans-Wolf Sievert, seit etlichen Jahren an der Universität Osnabrück tätig und zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Osnabrücker Sievert AG, hat 2013 einen Anteil von 24,5 Prozent seines Unternehmens auf die "Sievert-Stiftung für Wissenschaft und Kultur" übertragen. Stiftungszweck ist die Förderung von Forschung und Lehre, Bildung, Kunst und Kultur sowie der Völkerverständigung.

Forschung und Lehre werden vor allem durch Zuwendungen an die Universität Osnabrück und die Hochschule Osnabrück für Forschungsvorhaben, aber auch Seminare und Kongresse unterstützt. Darüber hinaus wird ausländischen Studenten ein Studienaufenthalt in Osnabrück bzw. Osnabrücker Studenten ein Studienaufenthalt im Ausland ermöglicht. In der Region Osnabrück erfahren künstlerische und kulturelle Vorhaben eine Förderung, die einen internationalen Bezug haben.

Bei der "Sievert-Stiftung für Wissenschaft und Kultur" handelt es sich um eine Unternehmensstiftung, die mit den ausgeschütteten Erträgen des Unternehmens gemeinnützige Vorhaben beispielsweise aus dem Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturbereich fördert. Die Leistungsfähigkeit der Unternehmensstiftung ist damit eng mit der wirtschaftlichen Stärke des Unternehmens verbunden. Auch Sievert wurde für sein Engagement von der Stadt Osnabrück geehrt: Seit 2016 ist er Träger der Mösermedaille – wie VG.

Sievert-Stiftung

Prof. Dr. Hans-Wolf Sievert bei der Uni Osnabrück

 
 

 


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