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Körperwelten: Endspurt bei der Ausstellung in Osnabrück
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Geodaten und Verkehrsanlagen mit neuen Leitern
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712 Angebote und Spaß ohne Ende: Ferienpass kam wieder richtig gut an

(eb/pr) Osnabrück, 17. August 2018 / Wieder mehr Ferienpässe ausgegeben, erneut eine fünfstellige Anzahl von Kindern und Jugendlichen in den Sommerferienangeboten gezählt, wobei sich die Anzahl der Freibadnutzungen im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt hat: Die Bilanz des Ferienpasses, der dieses Jahr zum 45. Mal vom Fachdienst Jugend der Stadt Osnabrück organisiert wurde, kann sich s...

Stadt & Land

Osnabrück sucht Schöffen

Die Stadt Osnabrück sucht Laienrichter für die neue Amtszeit ab 2019. © für Abbildung: PR; Quelle: Stadt Osnabrück(eb/pr) Osnabrück, 26. Januar 2018 / "Im Namen des Volkes … " - was wie eine simple Floskel klingt, hat in Zusammenhang mit Strafverfahren, die tief in das Leben von Menschen eingreifen, eine wichtige Bedeutung. In diesen Verfahren sitzen neben den Berufsrichtern auch so genannte Schöffen, Laienrichter ohne juristisches Studium. Sie sollen in Strafverfahren gemeinsam und gleichberechtigt mit Berufsrichtern Urteile fällen und so eine bürgernahe und demokratische Rechtsprechung ermöglichen. Für die nächste Amtsperiode von 2019 bis 2023 sucht die Stadt wieder Männer und Frauen für dieses wichtige Ehrenamt.
 
Das verantwortungsvolle Amt eines Schöffen verlangt in hohem Maß Unparteilichkeit, Objektivität, Gerechtigkeitssinn und Urteilsvermögen. Schöffen sind Garanten für die Unabhängigkeit der Justiz und nehmen durch ihr Mitwirken in Strafverfahren und den damit verbundenen Entscheidungen maßgeblich Einfluss auf das Leben anderer Menschen. Sie sollten daher über soziale Kompetenzen, Lebenserfahrung, Einfühlungsvermögen, Kommunikationsfähigkeit und Menschenkenntnis verfügen, um das Handeln eines Menschen entsprechend beurteilen zu können.
 
Schöffen haben gegenüber Angeklagten, Zeugen und Sachverständigen ein eigenes Fragerecht und können sich dadurch auch aktiv an der Verhandlung beteiligen. Schöffen in Jugendsachen sollten zudem über besondere Erfahrung in der Jugenderziehung verfügen. Bei der Berufung der Schöffen und Jugendschöffen sollen alle Gruppen der Bevölkerung nach Geschlecht, Alter, Beruf und sozialer Stellung angemessen berücksichtigt werden.

Wer sich für die Gerichtsbarkeit in Deutschland interessiert, hat nun die Möglichkeit, sich als Schöffe zu bewerben. Laienrichter kann jeder Deutsche werden, der am Tag des Amtsbeginns mindestens 25 und nicht älter als 69 Jahre ist. Aber nicht jeder darf Schöffe werden: Zu den Ausschlussgründen zählen beispielsweise Vorstrafen, Insolvenz oder Tätigkeit in einem Justizberuf. Der Gewählte muss das Amt annehmen.

Schöffen wirken an Verhandlungen in gleichem Umfang und mit gleicher Stimme mit wie Berufsrichter. Die wichtigste Aufgabe ist die Mitwirkung an Urteil oder Einstellung des Verfahrens sowie den damit verbundenen Entscheidungen wie etwa die Festsetzung von Bewährungsauflagen. Sie nehmen an allen Beratungen und Abstimmungen teil. Das erfordert Kommunikations- und die Fähigkeit, Menschen einschätzen zu können.

Wer interessiert ist, das Amt eines ehrenamtlichen Richters in Strafsachen zu übernehmen, sollte bedenken, welche Anforderungen das Amt stellt. Die Schöffen sind beispielsweise zur Teilnahme an den Hauptverhandlungen verpflichtet, dahinter müssen persönliche Verpflichtungen und Interessen zurückstehen. Eine Hauptverhandlung kann sich über mehrere Sitzungstage erstrecken. Da das Gericht von der ersten bis zur letzten Sekunde in der gleichen Besetzung verhandeln muss, müssen die Schöffen an allen Sitzungstagen teilnehmen, auch wenn sich die Verhandlung über Monate erstreckt, was bei Kapitaldelikten (Mord, Totschlag usw.) nicht selten passiert.

Da eine Hauptverhandlung in der Regel für nicht länger als 21 Tage unterbrochen werden darf, müssen Laienrichter gegebenenfalls sogar einen Urlaub unterbrechen, um an einer Fortsetzungsverhandlung teilzunehmen. Schöffen haben – wie die Berufsrichter – die Pflicht, ihr Amt unvoreingenommen, neutral und ohne Vorurteile auszuüben. Solange keine rechtskräftige Verurteilung vorliegt, gilt die Unschuldsvermutung. Sie dürfen sich weder von Zu- oder Abneigungen noch von der Berichterstattung in der Presse beeinflussen lassen.

Da jedes Urteil mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der Mitglieder des Gerichts gefasst werden muss, gilt: Gegen die Stimmen beider Schöffen kann in Deutschland kein Angeklagter verurteilt werden. Jeder Bewerber sollte sich daher seiner Verantwortung gegenüber Angeklagten, Öffentlichkeit und Geschädigten bewusst sein. Für ihre Tätigkeit erhalten Schöffen zwar kein Entgelt, werden aber "für Nachteile, die durch ihre Heranziehung entstanden sind", entschädigt. Dazu gehört Verdienstausfall bis zu einer bestimmten Höhe genauso wie "Nachteile bei der Haushaltsführung" oder Fahrtkosten.

Interessenten bewerben sich für das Schöffenamt in allgemeinen Strafsachen (gegen Erwachsene) bis zum 15. März bei der Stadt Osnabrück, Wahlbüro, unter Tel. 0541 / 3233063 oder per E-Mail (wahlen@osnabrueck.de). Potentielle Jugendschöffen richten ihre Bewerbung bis zum 15. März an die Jugendgerichtshilfe des Fachbereichs für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Osnabrück, unter  Tel. 0541 2051004 oder per E-Mail (jugendgerichtshilfe@osnabrueck.de). Weitere Informationen, Voraussetzungen für die Bewerbung und Bewerbungsvordrucke können im Internet abgerufen werden
 
Schöffenwahl

Schöffenwahl-Infos bei der Stadt Osnabrück

Stadt Osnabrück
 

 

 


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