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Pfadfinder verteilen Friedenslicht
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Pfadfinder verteilen Friedenslicht

(eb/pr) Osnabrück, 11. Dezember 2018 / Auch in diesem Jahr veranstaltet die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) im Bistum Osnabrück wieder die „Aktion Friedenslicht“. Dabei wird das Friedenslicht aus Bethlehem über Österreich ins Bistum Osnabrück geholt. Das Friedenslicht wird seit 1986 jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit von einem Kind in der Geburtsgrotte Jesu in Betlehem entzün...

Stadt & Land

Museumspark Kalkriese: Letzte Chance für Grabungsbesuch

Im Museumspark Kalkriese laufen derzeit wieder die Augrabungsarbeiten; am 30. Mai haben Interessierte zum letzten Mal in diesem Jahr die Chance, live dabei zu sein. © für Abbildung: PR; Quelle: Museumspark Kalkriese; Aufnahme: Hermann Pentermann(pr/eb) Bramsche, 29. Mai 2018 / Im Museumspark Kalkriese wird wieder fleißig gegraben – allerdings sind hier nicht die Gärtner am Werk, sondern das Kalkrieser Archäologie-Team in Kooperation mit der Universität Osnabrück und der Ludwig-Maximilians-Universität München. Auf rund 1.000 Quadratmeter begibt sich das Forscherteam erneut auf Spurensuche. Wer schon immer einmal einem echten Archäologen über die Schulter schauen wollte, hat in diesem Jahr letztmalig am 30. Mai die Gelegenheit dazu.

Bei der "Stippvisite auf der Ausgrabung" können die Besucher mit dem Archäologie-Team ins Gespräch kommen und die vielfältige Arbeit bei der Erforschung des antiken Schlachtfelds hautnah kennenlernen. Aufgrund der großen Nachfrage empfiehlt sich eine Anmeldung beim Buchungsservice unter Tel. 05468 / 9204200.

Nachdem in den letzten zwei Jahren auf der nördlichen Seite des Museumsparks eine Wall-Graben-Anlage entdeckt wurde, soll dieser Befund nun überprüft und mit dem "Germanenwall" auf der gegenüberliegenden Seite verglichen werden.

"Bei den Grabungen in den vergangenen Jahren haben neue Funde und Befunde einige Fragen gelöst, aber auch viele neue Fragen aufgeworfen. Jetzt versuchen wir den Schlachtverlauf und den Ort besser zu verstehen, um so das Bild über die Geschehnisse vor 2000 Jahren besser fassen zu können", erläuterte Prof. Dr. Salvatore Ortisi, Wissenschaftlicher Leiter des Projekts Kalkriese.

Durch ein besseres Verständnis der Landschaft vor, während und nach der Schlacht möchten die Forscher das Kampfereignis im Jahr 9.n.Chr. besser verstehen. Wie lassen sich etwa Veränderungen durch die Eiszeit, frühe Besiedlungen und Ackerbau und die Bodenveränderungen durch die Plaggenwirtschaft deuten? Und welche Rückschlüsse lassen sich daraufhin auf den Schlachtverlauf ziehen? Das sind nur einige Fragen, die sich den Archäologen bei der Betrachtung der komplexen Befundsituation stellen.

"Wir betrachten hier 15.000 Jahre Landschaftsgeschichte und wollen ein Ereignis fassen, das zwei oder drei Tage gedauert hat. Das ist eine wirkliche Herausforderung, die aber auch die Bedeutung des antiken Schlachtfelds von Kalkriese zeigt. Hier können wir ein Zeitereignis eingrenzen und fassen – ähnlich wie in Pompeji oder auf dem Schlachtfeld am Harzhorn", so Ortisi weiter.

Bisher haben die Archäologen in diesem Jahr schon einige römische Hinterlassenschaften entdeckt, darunter einen Schlüssel an einem römischen Fingerring. Der Schlüssel eignete sich für Federschlösser, wie sie beispielsweise an Schmuckkästchen oder Köfferchen angebracht waren. Die Größe der Ringe schließt aber auch einen Mann als Träger nicht aus. Außerdem wurde eine schön gearbeitete Distelfibel gefunden, die typisch für augusteische Fundplätze ist.

Viele Funde wurden bei den diesjährigen Grabungen im Block, also zusammen mit dem umgebenden Erdreich geborgen. Dies dient dem Schutz komplexer Fundzusammenhänge und soll eine fachgerechte Freilegung gewährleisten. Eine zum Teil freigelegte Blockbergung scheint dabei ein kleines Kästchen aus dünnem Bronzeblech zu enthalten. Aufgesetzt ist eine Kreisverzierung; innenliegend werden ein Bleiobjekt und vielleicht sogar Holzreste vermutet. Wie auch bei anderen Grabungen in Kalkriese üblich sind viele Fragmente von römischen Ausrüstungsgegenständen aus dem militärischen und zivilen Bereich wie Schwertscheidenringe, Münzen, Knoten- und Kugelfibeln ans Tageslicht gekommen.

An der Datierung des Kampfplatzes ändern die Befunde und Funde nichts. Nach wie vor geht das Kalkrieser Wissenschaftlerteam davon aus, dass es sich hier um ein Ereignis im Kontext der Varusschlacht handelt. Die Grabungen laufen noch bis Mitte Juni weiter. "Zum jetzigen Zeitpunkt treiben uns noch viele Fragen an und es zeigt sich, wie groß der Forschungsbedarf ist. Es ist gut, dass wir die Zeit und auch die Mittel haben, tiefgehend zu forschen. Hier ist noch lange nicht alles eindeutig geklärt", betonte Dr. Joseph Rottmann, Geschäftsführer des Museumsparks Kalkriese.

Museumspark Kalkriese
 

 

 


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