Suchen und finden auf Marktplatz Osnabrück

Nachrichten im Fokus

Klassenfahrten 2.0: Erste digitale Jugendherberge in Osnabrück
Klassenfahrten 2.0: Erste digitale Jugendherberge in Osnabrück
Heimat shoppen erfolgreich: Kampagne geht weiter – regionalen Handel stärken
Heimat shoppen erfolgreich: Kampagne geht weiter – regionalen Handel stärken
Burger und Sprit: ''Lila-weiße'' Tankstelle an der Bremer Brücke
Burger und Sprit: ''Lila-weiße'' Tankstelle an der Bremer Brücke
55.000 Geräte werden angepasst: Erdgasumstellung geht in die heiße Phase
55.000 Geräte werden angepasst: Erdgasumstellung geht in die heiße Phase

Klassenfahrten 2.0: Erste digitale Jugendherberge in Osnabrück

(eb/pr) Osnabrück, 1. Februar 2019 / Moderne Zeiten in der Jugendherberge Osnabrück: Das Haus an der Iburger Straße wird zurzeit zur ersten Jugendherberge in Deutschland mit digitalem Schwerpunkt ausgebaut. Der Landesverband Unterweser-Ems des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) investiert rund 1,8 Millionen Euro in die Modernisierung und Neuausrichtung des Hauses, das zurzeit aufwändig...

Stadt & Land

Ausbildungsmarkt: Mehr Stellen, weniger Bewerber - noch viele Plätze frei

Top-Auszubildende bei der Gründung eines neuen IHK-Netzwerks auf der Hasewelle mit (v.l.) Thomas Reichenberger (Sportagentur Profits ), Julia Niederstadt (L&T) und Silvia Masuch (IHK). © PR, IHK(eb/pr) Osnabrück, 2. November 2018 / Zwiespältige Bilanz zum Ende Ausbildungsjahres 2017/2018 für die Region Osnabrück: So mündeten in den vergangenen zwölf Monaten zwar trotz einer deutlich gesunkenen Bewerberzahl ähnlich viele Jugendliche wie zuvor in eine Ausbildungsstelle ein. Gleichzeitig blieben aber angesichts eines deutlich gestiegenen Bedarfs der Unternehmen auch mehr Stellen als in der Vergangenheit unbesetzt. Darauf haben jetzt die Agentur für Arbeit, Jobcenter Osnabrück, Maßarbeit sowie die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Handwerkskammer (HWK) hingewiesen. Obwohl die Zahl abgeschlossener Ausbildungsverträge auf hohem Niveau blieb und im IHK-Bereich sogar stieg, konnten mehr Stellen als noch im Vorjahr nicht besetzt werden. Weniger Bewerber treffen auf mehr Ausbildungsstellen.

Im vergangenen Berichtsjahr wuchs die Zahl gemeldeter Ausbildungsstellen im Agenturbezirk um 13,3 Prozent auf 4.931, gleichzeitig ging die Bewerberzahl um 8,8 Prozent auf 3.640 zurück. Für junge Menschen, die eine Ausbildung suchen, eigentlich eine ideale Ausgangssituation mit reichlich Auswahl. Dies nutzten auch 1.897 junge Menschen, die schließlich in eine Ausbildung einmündeten – mit einem Minus von 3,8 Prozent im Vergleich zur reduzierten Bewerberzahl ein moderater Rückgang. Diesen jetzigen Auszubildenden gegenüber standen jedoch viele Jugendliche, die sich für einen weiteren Schulbesuch, für eine Tätigkeit im Bereich der sozialen Dienste oder für ein längeres Praktikum im In- oder Ausland entschieden.
 
„Die jungen Leute verschieben gerne die Entscheidung für einen Berufsweg und gehen erst einmal weiter zur Schule. Der Trend geht zu einem Höchstmaß an Bildung, daher beginnen auch viele mehr dann noch ein Studium“, sagt Christiane Fern, Vorsitzende der Geschäftsführung der Osnabrücker Arbeitsagentur. „Einigen ist schlicht nicht klar, dass eine duale Ausbildung für sie womöglich der bessere Weg wäre – der zudem ein späteres Studium ja auch keineswegs ausschließt.“ Die geringere Zahl an Schulabgängern und die fortschreitende Akademisierung ließe den Bewerberpool für Ausbildungen beträchtlich schrumpfen. So verließen 2017 insgesamt 5.033 Schülerinnen und Schüler die allgemeinbildenden Schulen in der Region, im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 2,7 Prozent. „Wir müssen die jungen Menschen wieder für Ausbildungen begeistern“, so Fern. „Wir haben durch die Jugendberufsagenturen die Zusammenarbeit verstärkt, gehen jetzt noch früher und häufiger in die Schulen, intensivieren Orientierung und Beratung. Nur so können wir erreichen, dass die Jugendlichen einen für sie erfolgversprechenden Weg finden und gehen.“
 
Für diese große Herausforderung sieht Nicole Anell, Geschäftsführerin des Jobcenters der Stadt Osnabrück, die Arbeitsmarktpartner vor Ort gut aufgestellt: „Wir befinden uns auf einem guten Weg! Die Einrichtung der Jugendberufsagentur Osnabrück im letzten Jahr bildet ein gutes Fundament zur ganzheitlichen Beratung und Unterstützung für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Stadt Osnabrück“, so Anell. „Durch mehr gemeinsame Angebote und die lebendige Vernetzung mit allen Akteuren am Arbeitsmarkt wird es zukünftig immer besser gelingen, mehr benachteiligten jungen Menschen einen gut vorbereiteten und stabilen Einstieg in ihr Berufsleben zu ermöglichen."
 
Ein positives Fazit zum abgeschlossenen Ausbildungsjahr zog das Jobcenter des Landkreises. „Wir sind sehr zufrieden mit der Vermittlung von Jugendlichen in Ausbildung, besonders deshalb, weil auch benachteiligte Schülerinnen und Schüler sehr profitieren konnten“, so Lars Hellmers, Bereichsleiter der Maßarbeit. Die Förderung der dualen Ausbildung sei der kommunalen Arbeitsvermittlung dabei ein besonderes Anliegen: „Viele Jugendliche lassen sich durch fundierte Informationen über Karrierechancen und Vergütungen schnell überzeugen, diesen vielversprechenden Weg einzuschlagen.“ Und mit der „Jugendberufsagentur an der Schule“ sei die frühe und nachhaltige Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler im Landkreis Osnabrück weiter optimiert worden, skizzierte Hellmers: „Die ineinandergreifenden Angebote von MaßArbeit, Agentur für Arbeit und Schulen sind passgenau auf die unterschiedlichen Zielgruppen zugeschnitten und beziehen immer stärker auch die Eltern als wichtige Partner bei der Berufswahl mit ein.“
 
Weiteren Handlungsbedarf erkennt die IHK: „Eine duale Ausbildung ist ein hervorragender Einstieg in das Berufsleben und sie eröffnet ausgezeichnete Karrierechancen. Diese Botschaft muss sich stärker verbreiten“, betont Eckhard Lammers, Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim, angesichts zunehmender Probleme der Unternehmen, offene Ausbildungsplätze zu besetzen. Im Agenturbezirk Osnabrück registrierte die IHK zum 30. September 2018 2.475 neue Ausbildungsverträge (plus 1,8 Prozent). Nach der aktuellen IHK-Aus- und Weiterbildungsumfrage konnte mehr als jedes dritte Unternehmen (36 %) nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze vollständig besetzen. Es müsse daher das Ziel sein, das Image der beruflichen Bildung sowohl bei den Jugendlichen als auch bei ihren Eltern zu verbessern.
 
Viele Unternehmen betrachteten die unklaren Berufsvorstellungen der Bewerber als ein starkes Ausbildungshemmnis. Um Enttäuschungen zu vermeiden, müsse die Berufsorientierung an allen Schulformen, insbesondere auch an den Gymnasien, weiter verbessert werden. „Daher begrüßen wir den neuen Erlass der Landesregierung zur Stärkung der beruflichen Orientierung an den allgemeinbildenden Schulen und bieten bei der Umsetzung in die Praxis gern unsere Unterstützung an", so Lammers. Auch Unternehmen sollten mit innovativen Ansätzen bei den Jugendlichen für eine Karriere mit Lehre werben. Besonderes Augenmerk sollte aktuell auch auf die Bindung von Abiturienten gelegt werden, da im Jahr 2020 aufgrund der Umstellung auf G 9 nur wenige Absolventen mit Abitur dem Ausbildungsmarkt zur Verfügung stehen werden.
 
Im Vergleich zum vergangenen Jahr zeichnete sich zum 30 September 2018 erneut ein ganz leichter Rückgang bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Handwerk ab. In der Region Osnabrück konnten die Handwerksbetriebe 1.311 neue Auszubildende in ihren Betrieben begrüßen. Das seien neun Verträge weniger als im vergangenen Jahr. Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Harald Schlieck, hebt hervor, dass der Rückgang höher ausgefallen wäre, wenn die Integrationsbemühungen für geflüchtete Menschen nicht greifen würden. Es sei ein beachtenswerter Erfolg, dass 88 junge Menschen mit einem Fluchthintergrund eine Ausbildung in einem Handwerksbetrieb in der Region Osnabrück begonnen haben
 
Ungeachtet der zunehmenden Zahl freier Ausbildungsplätze bewerte die Handwerkskammer den geringen Rückgang neuer Ausbildungsverhältnisse erst einmal als relativ zufriedenstellend. Aber in Anbetracht der stabil verlaufenden konjunkturellen Situation auf einem hohen Niveau dürfe man nicht vergessen, wie wichtig für das Handwerk der Fachkräftenachwuchs sei. Verlässliche Auftragseingangszahlen führten zu positiven Umsatzzahlen in nahezu allen Branchen. und es gebe damit jede Menge Arbeit. Diese Arbeit könnten aber nur Fachkräfte leisten und der Bedarf an diesen sei in der Region Osnabrück hoch. „Wir müssen weiter daran arbeiten, die Betriebe in ihrem Ausbildungsbemühen zu unterstützen. Nur mit der Ausbildung können sie ihren Fachkräftebedarf aus eigener Kraft bewältigen. Das wird nicht einfach werden, denn die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze hat trotz der guten Abschlusszahlen erneut zugenommen. Auf diese Signale müssen wir reagieren“, warnt Schlieck.
 
Auf einen Blick: Die Zahl der bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern gemeldeten Stellen ist gegenüber dem Vorjahr auf 4.931 gestiegen (plus 578 bzw. plus 13,3 Prozent). Die Zahl der Bewerber/innen um einen Ausbildungsplatz ist auf 3.640 gesunken (minus 351 bzw. minus 8,8 Prozent). Die Zahl der Ende September noch unversorgten Jugendlichen ist auf 105 gestiegen (plus 22 bzw. plus 26,5 Prozent). Es sind 388 Stellen unbesetzt geblieben (plus 228 bzw. plus 142,5 Prozent).

Mit einem neuen Netzwerk für Top-Auszubildende bietet die IHK jetzt jungen Fachkräften, die ihre Ausbildung im IHK-Bezirk als Berufsbeste abgeschlossen haben, ein Forum für Austausch, Diskussion und Wiedersehen. Die Auftaktveranstaltung fand mit 27 Teilnehmern im L&T Sporthaus mit seiner „Hasewelle“ statt.

Mehr zum Thema:

Agentur für Arbeit Osnabrück


Leser-Kommentare

- Wollen Sie einen Kommentar erstellen?