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Übergriff auf 18-Jährige: Polizei sucht Männer mit Vollbart

(eb/pr) Osnabrück, 21. November 2017 / Nach einem Übergriff auf eine 18-Jährigen in Melle, bei dem wohl versucht wurde, die junge Frau in einen Lieferwagen zu ziehen, fahndet die Polizei nach drei unbekannten Männern. Wie die Polizei jetzt mitteilt, kam es bereits am Samstag, 4. November, etwa um 23.20 Uhr auf der Nachtigallenstraße zu dem Vorfall. Weiter wurde durch eine ca. 40 Jahre al...

Polizei & Gericht

Urteil nach 21 Jahren: Ehemaliges IRA-Mitglied muss in Haft

Blaulicht: Signalanlage auf einem Polizeiwagen. © PR, Polizeidirektion Osnabrück(eb/pr) Osnabrück, 30. Oktober 2017 / Über 21 Jahre nach dem Anschlag der „Provisional Irish Republican Army“ (PRIRA) auf die britische Kaserne Quebeck-Barracks in Osnabrück ist jetzt vor dem Landgericht Osnabrück ein Schuldspruch gegen den 48 Jahre alten Angeklagten ergangen. Das Gericht verurteilte den Mann wegen versuchten Mordes in einer unbestimmten Anzahl von Fällen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren, wobei ein Jahr bereits als vollstreckt gilt. Gegen den Mann wurde seit dem Sommer in Osnabrück verhandelt.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte Mitglied der PIRA, einer Untergruppe der terroristischen Irisch-Republikanischen Armee (IRA), war. Weiter ging das Gericht davon aus, dass er und mindestens vier weiteren Personen am 28. Juni 1996 gemeinsam versucht haben, in den Quebec-Barracks in Eversburg einen möglichst hohen Schaden zu verursachen. Dabei hätten sie billigend in Kauf genommen, dass eine unbestimmte Anzahl britischer Soldaten oder sonst dort anwesender Personen ums Leben kommen könnten.

Nach Überzeugung des Gerichts soll der Angeklagte eine Werferbatterie mit drei Mörsergranaten auf einem Pritschenwagen montiert, das Fahrzeug vor dem Nebeneingang der Kaserne abgestellt und den Zündmechanismus ausgelöst haben. Zwei der aus der Batterie abgefeuerten Geschosse zündeten nicht, nur eines detonierte auf der Betonfahrbahn neben der Tankstelle der Kaserne. Nur durch glückliche Umstände, so das Gericht, sei nur Sachschaden (Höhe: 95.000 Euro) entstanden und es habe keine Verletzten oder Toten gegeben.

Bei der Strafzumessung habe sich günstig für den Angeklagten ausgewirkt, dass er umfassendes Geständnis abgelegt habe. Außerdem sei der lange zurückliegende Tatzeitpunkt berücksichtigt worden. Zulasten des Angeklagten habe die Kammer dagegen berücksichtigt, dass zwei Mordmerkmale verwirklicht worden seien.

Wegen der langen Dauer des Verfahrens hat die Kammer darauf erkannt, dass ein Jahr der verhängten Freiheitsstrafe als bereits vollstreckt gilt. Deutsche Behörden hätten bereits im Jahr 2005 die Voraussetzungen für eine Auslieferung des Angeklagten an die Bundesrepublik schaffen können, so das Gericht, seien aber zunächst untätig geblieben.  Voraussetzungen für eine Auslieferung des Angeklagten seien erst im Jahr 2015 geschaffen worden, so das Gericht weiter.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der Angeklagte könnte es anfechten. Der mehrfache Familienvater hat sich von der IRA-distanziert, er lebt in geordneten Verhältnissen und hat als Bühnen-/Tontechniker gearbeitet. Er befindet sich seit mehr als einem Jahr in Deutschland in Untersuchungshaft.

Landgericht Osnabrück

Wikipedia: Hintergrund zu IRA/PIRA

Polizeidirektion Osnabrück


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