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Schwimmen wird teurer: Ab 1. Oktober neue Bädertarife in Osnabrück

(eb/pr) Osnabrück, 4. September 2018 / Zum 1. Oktober heben die Stadtwerke Osnabrück die Basistarife im Nettebad, Moskaubad und Schinkelbad an. Grund für die Preiserhöhung sind nach Angaben des Versorgungsbetriebs insbesondere die stetig steigenden Personal- sowie Betriebs- und Instandhaltungskosten. Die Stadtwerke hatten die Bädertarife letztmalig vor zwei Jahren angehoben.

Gesundheit

Cannabis auf Rezept: TK zieht erste Bilanz

 Die TK zog jetzt eine erste Bilanz zum Einsatz von medizinischem Cannabis. © für Abbildung: PR; Quelle: TK(pr/eb) Osnabrück, 25. Juni 2018 / Seit mehr als einem Jahr können Ärzte bei schwerwiegenden Erkrankungen Cannabis verschreiben. Jetzt zog die Techniker Krankenkasse (TK) eine erste Bilanz. Daraus geht hervor, dass medizinisches Cannabis nur selten eine Alternative zu den bewährten Therapien ist, Patienten aber im Einzelfall durchaus helfen kann. Bei einer Bewertung der Verordnungszahlen zeigte sich, dass Niedersachsen mit 114 Rezepten je 100.000 Versicherten knapp unter dem Bundesdurchschnitt liegt, der sich auf 118 Verordnungen beläuft.

Spitzenreiter ist das Saarland mit 209 Verordnungen. Mit 52 Rezepten bildet Mecklenburg-Vorpommern das Schlusslicht. "Wir befürworten die neue Regelung, mit der schwerkranken Menschen - insbesondere Schmerzpatienten - nunmehr eine weitere Therapiealternative angeboten werden kann", machte Inken Holldorf, TK-Landeschefin in Niedersachsen, deutlich.

Auch die Akzeptanz in der Gesellschaft dafür sei groß: So befürworten beispielsweise 90 Prozent der Norddeutschen die Regelung, dass Ärzte bei schweren Erkrankungen Cannabis verschreiben dürfen. Allerdings ist die Studienlage zur Wirksamkeit und Sicherheit dieser Therapieform bislang noch lückenhaft: "Hier bedarf es einer aussagekräftigen Begleitstudie, damit wir gesicherte Erkenntnisse über den Einsatz von Cannabis bekommen", so Holdorf.

Mit dem Cannabis-Report, der in Kooperation mit der Universität Bremen entstanden ist, möchte die TK die Vor- und Nachteile dieser Therapie beleuchten sowie Ärzten und Patienten eine Orientierung bieten. Im Vorfeld des Reports wurden bundesweit Menschen befragt, wie sie zu Cannabis als Medikament stehen: 61 Prozent der Befragten in Norddeutschland stimmen dem voll und ganz zu.

Eine mögliche Erklärung für den starken Rückhalt in der Bevölkerung ist der, dass vielfach Cannabis aufgrund seines pflanzlichen Ursprungs für ein gutes Medikament gehalten wird. Beispielsweise war Cannabis bis Anfang des 20. Jahrhundert sowohl in Italien als auch in Amerika völlig legal. Dabei sind gerade die Cannabisblüten sehr anfällig und der Wirkstoffgehalt unterliegt hohen Schwankungen. Dies erschwert die Dosierung und kann den Therapieerfolg beeinträchtigen.

Cannabis kann auf unterschiedliche Weise verabreicht werden. Seit 2011 gibt es das Fertigarzneimittel Sativex, das als Spray in den Rachen gesprüht wird. Die gängigsten Formen sind nach dem Gesetz von 2017 jedoch die Cannabisblüten und Dronabinol - ein Öl, das teilsynthetisches Cannabis enthält. Tropfen oder Kapseln sind einfacher einzunehmen als Cannabisblüten, die umständlich verdampft und über eine Maske eingeatmet werden müssen. Außerdem ist der Wirkstoffgehalt von Dronabinol nicht so starken Schwankungen unterlegen wie der Wirkstoffgehalt in den Cannabisblüten.

"Die Kostenübernahme von medizinischem Cannabis ist im Sozialgesetzbuch geregelt. Interessanter Aspekt: Bisher hat es namentlich kein anderer Wirkstoff ins Gesetz geschafft. Bei näherer Betrachtung ist daher die Frage berechtigt, warum das in diesem Einzelfall so ist", resümierte Holldorf. "Denn das System aus Zulassung, früher Nutzenbewertung und Preisverhandlung - wie es normalerweise für neue Arzneimittel gilt - wird komplett umgangen. Stattdessen erhalten die Krankenkassen einen Genehmigungsvorbehalt, der unklar definiert ist. Mit der frühen Nutzenbewertung neuer Arzneimittel, dem sogenannten AMNOG-Prozess, müssen Pharmafirmen nachweisen, dass ihre Produkte einen Zusatznutzen für den Patienten haben. Trotz der unbefriedigenden Studienlage und der geringen Evidenz gilt das bei Cannabis nicht", erläuterte die TK-Expertin.
 
Die Begleiterhebung, die durch die Bundsesopiumstelle im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) durchgeführt wird, ist laut Holdorfs Aussage unzureichend. Sie soll weitere Erkenntnisse über die Wirkung von Cannabis als Medizin hervorbringen, betrachtet aber zum Beispiel keine Vergleichsgruppe von Patienten, die keine Cannabistherapie erhalten. Fazit der TK-Landeschefin: "Wünschenswert wäre daher eine richtige Begleitstudie, damit wir gesicherte Erkenntnisse über den Einsatz von Cannabis bekommen".

TK
 

 


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