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Lokale Unternehmen und regionale Wirtschaft

Photovoltaik: Solarberatung für Unternehmen

Die Photovoltaik-Anlage auf dem SB-Zentralmarkt der Brülle & Schmeltzer Gruppe. © für Abbildung: PR; Quelle: Stadt OS; Aufnahme: EnKL – Ratio(eb/pr) Osnabrück, 30. Oktober 2017 / Die Stadt Osnabrück bietet in Kooperation mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) ab sofort kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) eine kostenlose Beratung zur potentiellen Nutzung von Solarenergie. Das Angebot beinhaltet eine individuelle Bewertung der technischen und wirtschaftlichen Ausgangssituation im Unternehmen. Voraussetzung einer kostenlosen Beratung ist die Mitgliedschaft bei der IHK oder HWK sowie Energiekosten von mindestens 10.000 Euro im letzten Kalenderjahr.

Sinkende Systemkosten für Photovoltaik-Anlagen haben die Erzeugungskosten für den Solarstrom in den vergangenen Jahren stark fallen lassen. Mittlerweile liegen diese mit rund 10 bis 12 Cent pro Kilowattstunde teilweise deutlich unter den Strombezugskosten aus dem öffentlichen Stromnetz. Durch die stark gefallenen Kosten für die Module und das geänderte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) steht allerdings heute der Eigenverbrauch im Fokus: Je mehr Strom selbst verbraucht werden kann, desto schneller amortisiert sich die Anlage über die Differenz der Stromgestehungskosten der PV-Anlage und den Kosten einer konventionellen Versorgung aus dem öffentlichen Stromnetz.
 
Viele Supermarkt- und Discounterketten haben dies bereits erkannt: Bei diesen Unternehmen mit einem hohen Stromverbrauch für Kühlung und Beleuchtung kann eine Photovoltaikanlage erhebliche Einsparungen bei den Stromkosten bedeuten. Dies hat beispielsweise Aldi Nord erkannt: Die Kette hat sich langfristig zum Ziel gesetzt, in neuen Filialen auf fossile, nicht erneuerbare Brennstoffe zu verzichten. Dafür werden unter anderem auch Photovoltaikanlagen eingesetzt wie in der Aldi-Filiale an der Mönkedieckstraße, auf der im Jahr 2015 eine 115 kWp-Anlage realisiert wurde. Inzwischen wurden bundesweit schon mehr als 1.000 Aldi-Märkte mit großen Photovoltaikanlagen für den Eigenverbrauch ausgerüstet.

Auch andere Supermarktketten investieren in nachhaltige erneuerbare Energieversorgung, die zudem Geld beim Stromeinkauf spart: Zum Ratio Immobilien-Konzern gehören der Real-Markt im ehemaligen Klöckner-Gelände sowie der Kaufland-Markt am Kurt-Schuhmacher-Damm. Auf den Dächern wurden mit 499 kWp  beziehungsweise 392 kWp zwei der größten Osnabrücker Anlagen errichtet. Der Combi-Supermarkt an der Nobbenburger Straße bringt es immerhin auf 179 kWp, soviel wie für die rechnerische Vollversorgung von 43 Wohneinheiten erforderlich ist.
 
Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereiches Umwelt und Klimaschutz der Stadt Osnabrück, setzt sich insbesondere dafür ein, dass weitere Gewerbebetriebe und auch Einzelhändler diesen Beispielen folgen. Denn die Stadt Osnabrück hat sich mit dem Masterplan 100 % Klimaschutz hehre Ziele gesetzt: Bis zum Jahr 2050 muss der Kohlendioxid-Ausstoß durch Energieeinsparung deutlich reduziert und zugleich der Anteil erneuerbarer Energien etwa um das 25-fache im Vergleich zu heute gesteigert werden.

Doch der Zubau bei KMUs ist deutlich verbesserungswürdig. Vor diesem Hintergrund bietet die Stadt nun die Impulsberatung KMU Solar an. Dazu kommt ein von der KEAN anerkannter Solarfachberater in das Unternehmen und stellt in einem etwa zweistündigen Gespräch mit Betriebsrundgang fest, wie gut das Unternehmen für den Einsatz von Sonnenenergie geeignet ist und an welcher Stelle die Sonnenenergie optimal genutzt werden kann. Dies umfasst die technische Machbarkeit, aber auch die Wirtschaftlichkeit einer Anlage auf dem Unternehmensdach.

Zur Vorbereitung kann das Solardachkataster der Stadt Osnabrück genutzt werden, das bereits vor einiger Zeit erstellt wurde. Darin wurde für jedes Hausdach innerhalb der Stadt das jeweilige Potenzial berechnet, ob es für die Erzeugung von Solarstrom geeignet ist (wir berichteten). Das Solardachkataster steht Interessierten im Internet frei zur Verfügung.

Neben der Stadt setzen sich auch die Stadtwerke Osnabrück für die Steigerung der Solarstromerzeugung in Osnabrück ein. Das städtische Unternehmen bietet im Rahmen des neuen Programms "Solarkomplett" sowohl Privat- als auch gewerblichen Kunden die komplette Installation einer PV-Anlage zum überwiegenden Eigenverbrauch an. Dabei fällt für den Hauseigentümer lediglich eine monatliche Pacht an, die in aller Regel deutlich geringer ist als der monatsübliche Stromkauf. Nach 18 Jahren geht die Anlage dann in den Besitz des Pächters über. Unternehmen können im Internet direkt eine Beratung anfordern oder sich per E-Mail  (umwelt@osnabrueck.de) an den Fachbereich Umwelt und Klimaschutz der Stadt Osnabrück wenden.
 
Solarberatung für KMU

Osnabrücker Solardachkataster

Stadtwerke-Programm Solarkomplett

KEAN

 

 


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