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Smartphone soll beim Düngen helfen: DBU fördert App-Entwicklung

Der Landwirt gibt verschiedene Messergebnisse in eine App auf seinem Smartphone ein, die alle gesammelten Werte über eine zentrale Datenbank mit weiteren vorliegenden Betriebsdaten abgleicht. Nur kurze Zeit später erhält der Landwirt dann über die App die Nährstoffgehalte des vorhandenen organischen Düngers angezeigt. © für Abbildung: PR; Quelle: HS OS; Aufnahme: Anne Borchert(pr/eb) Osnabrück, 6. Februar 2018 / Die Hochschule Osnabrück will Landwirten das bedarfsgerechte Düngen erleichtern. Dazu werden gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (Oldenburg) und dem Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (Potsdam) einfache Vor-Ort-Messverfahren für Wirtschaftsdünger sowie eine Smartphone-App zur Bewertung der Messwerte entwickelt werden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit Sitz in Osnabrück ist von dem Projekt überzeugt und fördert es fachlich und finanziell mit 465.000 Euro.

"Nachhaltig zu düngen bedeutet 'so viel wie nötig, so wenig wie möglich'. Damit schonen wir neben dem Ökosystem auch begrenzte Nährstoffquellen – und das bei guten Ernteerträgen", betont der stellvertretende DBU-Generalsekretär Prof. Dr. Werner Wahmhoff. In der Tierhaltung oder in der Biogasanlage anfallende Gülle und Gärreste würden als betriebseigener Dünger und damit Wertstoff eine wichtige Rolle für die Landwirtschaft spielen, ergänzte DBU-Experte Dr. Holger Wurl.

Problematisch dabei sei, dass den Landwirten häufig keine aktuellen Angaben zum Nährstoffgehalt dieser Wirtschaftsdünger vorlägen, denn Laboranalysen würden zu lange dauern und seien teuer. Deshalb würden Landwirte meist anhand von Faustzahlen berechnen, wie viel Dünger sie ausbringen, erläuterte Prof. Dr. Hans-Werner Olfs von der Hochschule Osnabrück. Allerdings könne auf diese Weise die ausgebrachte Nährstoffmenge deutlich von der tatsächlich notwendigen abweichen. Die Folge seien unterversorgte oder überdüngte Felder.

Hier soll das Projekt Abhilfe schaffen: Zunächst werden verschiedene Methoden zur Vor-Ort-Bestimmung der Nährstoffgehalte in organischen Düngern untersucht und ihre Ergebnisse mit im Labor ermittelten Werten abgeglichen. Am Ende soll ein Set möglichst wirkungsvoller Testverfahren herausgearbeitet werden, die vom Landwirt auf dem Betrieb eingesetzt werden können.

"Um die damit gewonnen Daten in der landwirtschaftlichen Praxis gut nutzbar zu machen, sollen sie mit einer App zusammengeführt und in eine zentrale Datenbank eingespeist werden. So können diese Werte automatisch mit weiteren vorliegenden Betriebsdaten aus der Tierhaltung und -fütterung oder bisherigen Nährstoffuntersuchungen abgeglichen werden. Kurz darauf erhält der Landwirt über die App die Info zu den Nährstoffgehalten und kann damit die optimale Menge an Gülle oder Gärresten ausbringen", so Olfs.

Nährstoffe wie Stickstoff oder Phosphor sind Lebensgrundlage und Motor für biologisches Wachstum. Allerdings führt ihr Überschuss zu gravierenden Umweltproblemen: In der oberen Bodenschicht sammelt sich beispielsweise zu viel Phosphor. Durch Regen wird Nitrat in untere Bodenschichten verlagert und belastet das Grundwasser. Aus diesem Grund sind in der überarbeiteten Düngeverordnung des Bundes vom März 2017 die Einsatzmöglichkeiten für organische Dünger in der Landwirtschaft eingeschränkt worden.

"Wer Gülle und Gärreste bedarfsgerecht nutzt, schont aber nicht nur das Ökosystem, sondern erhöht auch die Effizienz seines Betriebes", unterstrich Wurl. Deshalb sollen die Projektergebnisse und gesammelten Erkenntnisse durch die beteiligte Landwirtschaftskammer Niedersachsen in die Beratung landwirtschaftlicher Betriebe einfließen. Die erhobenen Daten liefern dem Landwirt darüber hinaus belastbare Informationen zu den betriebseigenen Wirtschaftsdüngern, die er an Kontrollbehörden weiterleiten kann.

Die DBU unterstützt seit Jahren Ansätze, um die in der Landwirtschaft ausgebrachte Stickstoffmenge zu verringern. "Die Vorhaben sind sehr unterschiedlich. Sie reichen von Informationsbeschaffung mithilfe von Sensoren für eine entsprechende Düngeempfehlung bis hin zum satellitengestützten Präzisionsackerbau. Fest steht, dass Handeln an dieser Stelle dringend notwendig ist und vor allem alltagstaugliche Ideen gebraucht werden", so Wurl. Auch das Rückgewinnen des begrenzt vorhandenen Rohstoffs Phosphor spielt bei der Förderung eine wichtige Rolle. "Projekte wie diese leisten ihren Beitrag zu einem nachhaltigeren Umgang mit Nährstoffen in der Landwirtschaft", so Wurl abschließend.

DBU

Hochschule Osnabrück

Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie
 

 


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