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(pr/eb) Osnabrück, 30. Mai 2017 / Mit einem Frauenanteil von rund 20 Prozent in der Gruppe der Professoren liegt die Hochschule Osnabrück im bundesweiten Durchschnitt. "Wir wollen aber in die Spitzengruppe und in den kommenden Jahren einen Anteil von mindestens 25 Prozent", bekannte Prof. Dr. Bernd Lehmann, Vizepräsident für Forschung, Transfer und Nachwuchsförderung. Vor diesem Hintergr...

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Hochschule Osnabrück baut additive Fertigung auf

Die Hochschule Osnabrück hat aus dem Fördertopf des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mehr als 1,6 Millionen Euro eingeworben. © für Abbildung: PR; Quelle: HS OS(pr/eb) Osnabrück, 19. Mai 2017 / Großer Erfolg: Die Hochschule Osnabrück hat aus dem Fördertopf des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mehr als 1,6 Millionen Euro eingeworben, um ihre Forschungsinfrastruktur im Bereich "Innovative Materialien und Werkstofftechnologien" auszubauen. Mit den Geldern sollen Anlagen beschafft werden, mit deren Hilfe die Wissenschaftler Prozessketten vom Grundwerkstoff bis zum fertigen Bauteil abbilden und analysieren können. Zu den Anlagen zählt ein Atomizer, der zur sogenannten Schmelzverdüsung dient.

"Vereinfacht formuliert wird hier Metall geschmolzen und in lauter kleine Tröpfchen umgewandelt. Diese Tröpfchen erstarren, und es entsteht ein Metallpulver", erläuterte Prof. Dr. Ulrich Krupp, Sprecher des Laborbereichs Materialdesign und Werkstoffzuverlässigkeit. Das entstandene Pulver ist das Ausgangsmaterial für die sogenannte additive Fertigung, für die eine Anlage zum selektiven Laseraufschmelzen angeschafft wird. Auch hier erklärte Krupp, was darunter zu verstehen ist: "Man hat eine Pulverschicht, die durch einen Laser eine 2D-Kontur erhält. Anschließend erstarrt das Ganze und wird zu einer festen Metallschicht. Es folgt die nächste Schicht und so weiter. Über diese 2D-Konturen entsteht so Schicht für Schicht ein 3D-Bauteil".   
 
Die hochinnovative additive Fertigung birgt viele Vorteile: Im Gegensatz zum Gussverfahren beispielsweise sind für die Herstellung von Bauteilen keine Werkzeuge oder Formen notwendig. Zudem können Bauteile gefertigt werden, die auf andere Weise gar nicht herstellbar sind, etwa wenn es um innenliegende Kühlkanäle geht. Und auch kostenintensives Material kann eingespart werden. ""Wenn ein kompliziertes Bauteil aus Titan hergestellt werden muss, etwa durch Bohren, Fräsen oder Schleifen, hat man einen hohen Materialverlust durch die Zerspanung. Bei der additiven Fertigung ist das nicht der Fall".

Insgesamt soll das Infrastrukturprojekt den Wirtschaftsraum Osnabrück-Emsland im Blick auf die Fertigung und die Einsatzmöglichkeiten neuer Werkstoffe stärken. Dementsprechend hieß es im Projektantrag: "Der Standort der Hochschule Osnabrück im westlichen Niedersachsen zeichnet sich durch seine lokale Nähe zur metallverarbeitenden Industrie, zur Fahrzeug- und Landmaschinenindustrie sowie zur Kunststofftechnik aus". Die vielfältigen Möglichkeiten der additiven Fertigung berührten zwar viele Produktfelder der Unternehmen, wie komplex geformte Hydraulik-, Spritzgieß- oder Fügewerkzeuge, allerdings sei der Aufwand zur Einrichtung der Gerätetechnik, Einstellung und Schulung qualifizierten Personals bis hin zur prozesssicheren Fertigung kaum zu stemmen.

Vor diesem Hintergrund kooperieren die beteiligten Wissenschaftler der Hochschule eng mit Unternehmen der Region. Dazu zählen etwa KME Germany, die Georgsmarienhütte GmbH, die Maschinenfabrik Bernd Krone oder das Rosen Technologiezentrum. Im Oktober 2016 hoben diese und zahlreiche weitere Beteiligte das Unternehmensnetzwerk Technos e.V. (Technologiezentrum Neue Materialien und Prozesse Osnabrück-Emsland) aus der Taufe. Für den erfolgreichen Förderantrag spielten diese bestehenden engen Kooperationen eine wichtige Rolle. "Wir hoffen, dass die neuen Anlagen, die wir in den kommenden Monaten beschaffen, auch Teil einer Keimzelle für die weiteren Arbeiten von Technos werden", meinte Krupp abschließend.

Technos e.V.

HS Osnabrück

 

 


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