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(pr/eb) Oesede, 19. Januar 2018 / Ehrenamtliche sind in vielen Bereichen wichtige Stützen, ohne sie würde so mancher Sportverein, aber auch Kranken- oder Seniorenbesuchsdienst gar nicht existieren. Um ihr Engagement zu fördern, haben ehrenamtlich Tätige im Landkreis Osnabrück die Möglichkeit, sich kostenlos weiterbilden und qualifizieren zu lassen. Auf Initiative des Landkreises Osnabrüc...

Beruf & Bildung

Maßarbeit: Neuer Service für Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen

Kümmern sich im Südkreis für die Maßarbeit um die Eingliederung von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen: Christoph Temmeyer, Elke Kosche, Margarita Neumann und ZAP-Teamleiter Thomas Scheufens (v.l.). © für Abbildung: PR; Quelle: Maßarbeit; Aufnahme: Uwe Lewandowski(pr/eb) Dissen, 3. Januar 2018 / Die Maßarbeit der Landkreises Osnabrück hat im Südkreis ein spezielles Betreuer-Team aufgebaut, das sich exklusiv darum kümmert, Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Elke Kosche und Gerd Gröne arbeiten als "Zentrale Ansprechpartner für Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen" (ZAP) in der Maßarbeit-Außenstelle Dissen, Christoph Temmeyer und  Margarita Neumann in Georgsmarienhütte.
 
"Schon 2012 wurde deutlich, dass immer mehr Bewerber mit Gesundheitsproblematiken bei der Maßarbeit beraten wurden. Und deren Begleitung erfordert einfach eine viel intensivere Arbeit mit den betroffenen Menschen", schilderte ZAP-Teamleiter Thomas Scheufens. 2013 startete deshalb das Projekt "ZAP", das es ermöglicht, Personen mit körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen sowie Reha-Fälle individueller zu betreuen.

"Wir nehmen erst mal den Dampf raus. Wir haben es mit Menschen zu tun, die in der Regel schon mehrere Jahre arbeitslos sind und alle eine ganz individuelle Leidensgeschichte mitbringen", erläuterte Christoph Temmeyer. Die Menschen seien oft hochgradig frustriert und fühlten sich von Vermittlungsversuchen stark unter Druck gesetzt. Dies ist auch die Erfahrung von Scheufens: "Wenn man jahrelang Misserfolge im Integrationsprozess erlebt hat, dann ist das Vertrauen in die eigene Person oder auch  zum Vermittler oftmals gestört".

Hier setzen die ZAPs an: Mit vielen Gesprächen und vor allem mit Zeit. "Wir müssen langsam das Vertrauen der Betroffenen gewinnen: Denn das Ziel ist es, sie zu stabilisieren, zu motivieren  und zu unterstützen. Wenn dieser Schritt erreicht ist, denken wir gemeinsam über mögliche Arbeitsmarkperspektiven nach".

Es sei vor allem wichtig, den Bewerber genau kennen zu lernen mit seiner Geschichte, seinen Beeinträchtigungen, aber auch seinen Stärken. "Nur dann können wir beurteilen, welche Hilfen vorrangig sind", skizzierte Temmeyer. Es sei im Einzelfall nicht immer sinnvoll, direkt mit dem Thema Arbeit einzusteigen, wenn zunächst etwa eine Reha-Maßnahme oder eine andere soziale oder medizinische Unterstützung weitere Fortschritte bringen könnten.

Vorbehalte mussten die ZAP in den ersten Jahren oft auch im Umfeld der Bewerber abbauen. So mancher Unterstützer habe die Maßarbeit vor allem als Forderungsinstanz wahrgenommen und sich erst langsam auf eine Zusammenarbeit eingelassen, erinnerte sich Scheufens. "Inzwischen haben wir flächendeckend ein breites Netzwerk von Kooperationspartnern aufgebaut, dem unter anderem Ärzte, Betreuer, psychologische Beratungsstellen, Versicherungsträger und der sozialpsychiatrische Dienst angehören. Alle Beteiligten wissen inzwischen: Die persönliche Entwicklung des Bewerbers steht im Zentrum: Die kleinen Schritte, nicht die sofortige Vermittlung in Arbeit".

Viel erreicht werde oft über ein Einzelcoaching, das verschiedene Träger im gesamten Landkreis für die ZAP-Bewerber anbieten. Läuft die Maßnahme, gibt es regelmäßige Gespräche zwischen Bewerber, Coach und ZAP, um über Erreichtes und mögliche weitere Schritte zu beraten. Wenn der Weg in den Arbeitsmarkt möglich erscheint, sind oft die Mitarbeiter des ArbeitgeberService der Maßarbeit eingebunden.

"Wir kennen ein breites Spektrum an Unternehmen, ihre Anforderungen, aber auch das Arbeitsklima dort, und sprechen mit den ZAP sehr genau potenzielle Arbeitgeber für ihre Bewerber durch", schilderte Hildegard Hesselbarth, im Arbeitgeberservice für Bramsche und Wallenhorst zuständig. Wie für die ZAP ist auch für sie die völlige Offenheit gegenüber den Unternehmen wichtig: Die Arbeitgeber müssen wissen, welche Stärken, aber auch welche Defizite der neue Mitarbeiter mitbringt. "Nachhaltige Vermittlungen können nur gelingen, wenn die Unternehmen uns und unserer Einschätzung des Bewerbers vertrauen können".

Die Verfolgung des ZAP-Konzeptes, Bewerber mit gesundheitlichen Einschränkungen anders zu begleiten, kostet viel Zeit und Geld. "Das lohnt sich doch überhaupt nicht", bekam Maßarbeit-Vorstand Sabine Ostendorf immer wieder zu hören. Ein Vorwurf, über den sie nur lächeln kann: "Die Zahlen sprechen für sich: Allein in den beiden letzten Jahren haben wir mehr als 470 gesundheitlich eingeschränkte Bewerber in Arbeit vermitteln können - Menschen, die bis dahin oft viele Jahre arbeitslos und für sich und ihre Familien auf Sozialleistungen angewiesen waren", machte sie deutlich – und wies auf einen weiteren Faktor hin: "Das alles sind Menschen, die oft jahre- oder sogar jahrzehntelang gearbeitet haben, bevor ihre Gesundheit nicht mehr mitgespielt hat. Sie haben sich eine neue Perspektive mehr als verdient".

Maßarbeit im Landkreis Osnabrück

 

 


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