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Beruf & Bildung

Uni-Studie zur Ethik selbstfahrender Autos

Brenzlige Situationen im Straßßenverkehr erfordern moralische Abwägungen. Kognitionswissenschaftler der Uni Osnabrück beobachteten mit Virtual Reality-Technik Versuchspersonen bei ihren Entscheidungen. © für Abbildung: PR; Quelle: Uni OS(pr/eb) Osnabrück, 2. März 2018 / Selbständig fahrende Autos sind derzeit in aller Munde – vor kurzem hat der US-Bundesstaat Kalifornien autonome Fahrzeuge ohne Lenkrad und pedal zugelassen. Damit verbunden ist eine Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen, wenn nämlich ein Computer über Leben und Tod zu entscheiden hat. Noch optimieren Ingenieure die Zuverlässigkeit der Sensoren der fahrerlosen Autos. Doch schon bald könnten Fahrzeuge in brenzligen Situationen moralische Entscheidungen treffen müssen.

Wissenschaftler des Instituts für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück legten jetzt eine Studie zur normativen Ethik selbstfahrender Fahrzeuge vor. "Autonome selbstfahrende Autos werden die erste Generation von Robotern sein, die moralische Entscheidungen mitten in unserer Gesellschaft treffen. Es ist deshalb dringend notwendig, Regeln und mögliche Handlungsweisen für autonome Fahrzeuge zu entwickeln, die festlegen, wie sich solche Maschinen in unausweichlichen Unfallsituationen verhalten sollen", waren sich Prof. Dr. Peter König und Maximilian Wächter von der Uni Osnabrück als Verfasser der Studie einig.

Die autonome Technik wird die Zahl der jährlichen Verkehrsopfer nach Expertenschätzungen um bis zu 90 Prozent senken. Dennoch wird es auch zu kritischen Situationen kommen, bei denen ein zwar Unfall nicht zu vermeiden ist, aber die Anzahl und Schwere der Verletzungen der möglichen Opfer vergleichbar geringer ist. Es bleibt die Frage, wie sich selbstfahrende Autos in ausweglosen Situationen verhalten, bei denen ein Unfall nicht zu vermeiden ist. Soll das Fahrzeug die Insassen unter allen Bedingungen schützen, oder soll ein Fahrzeug seinen Passagier für das Wohl der Allgemeinheit opfern?

Die Autoren nutzten für ihre Studie eine Virtual Reality-Technik, um das Verhalten von Versuchspersonen in Dilemma-Situationen zu beobachten. Die Teilnehmer der Studie fuhren dazu an einem nebeligen Tag durch Vorort- oder Berglandschaften. Im Verlauf der Experimente kam es dabei zu unvermeidlichen und unerwarteten Situationen, bei denen Menschen oder Gruppen von Menschen in Fahrspuren standen. "Den Menschen auf der eigenen Fahrspur auszuweichen hätte bedeutet, eine andere Anzahl an Menschen auf der nebenliegenden Fahrspur zu opfern. Für die Teilnehmer ist eine moralische Abwägung notwendig um in einer solchen Situation eine Entscheidung zu treffen", erläuterte Wächter den Versuchsablauf.

Die beobachteten Entscheidungen wurden dann durch eine statistische Analyse ausgewertet. "Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass im Rahmen dieser unvermeidbaren Unfälle moralisches Verhalten größtenteils zum Wohl der Gemeinschaft entschieden wird", so Wächter weiter. Darauf aufbauend war es den Autoren möglich, eine normative Ethik für selbstfahrende Fahrzeuge zu entwickeln, die dem Verhalten der Probanden gerecht wird und die Gemeinschaft vor das Individuum stellt.

Die Ergebnisse der Studie "Human Decisions in Moral Dilemmas are Largely Described by Utilitarianism: Virtual Car Driving Study Provides Guidelines for Autonomous Driving Vehicles" sind in "Science and Engineering Etnics" erschienen.

Studie ''Human Decisions in Moral Dilemmas are Largely Described by Utilitarianism: Virtual Car Driving Study Provides Guidelines for Autonomous Driving Vehicles''

Uni Osnabrück

 
 

 


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