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Berufe aus erster Hand: Talent trifft Ausbildung

(eb/pr) Osnabrück, 3. September 2018 / Ausbildungsberufe ganz praktisch zu erleben, selbst Hand anzulegen und mit Azubis über ihre Erfahrungen zu sprechen: Darum geht es bei der Veranstaltung „Talent trifft Ausbildung“, die am Donnerstag, 27. September, von 8 bis 19 Uhr in der Oberschule Hagen stattfindet. „Auch diesmal ist es uns ganz wichtig, die Eltern einzubeziehen, die nach wie vor ...

Beruf & Bildung

Bei der Frühkindlichen Bildung endet eine Ära: Zimmer verabschiedet

Renate Zimmer. © PR, nifbe(eb/pr) Osnabrück, 28. August 2018 / Über zehn Jahre lang war Prof. Dr. Renate Zimmer das Gesicht des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) und hat es von Anfang an entscheidend geprägt. Nun scheidet sie als Vorstandsvorsitzende und Direktorin des nifbe aus dem Amt, bleibt dem Institut aber noch weiterhin als wissenschaftliche Beraterin und als Projektleiterin erhalten.

„Renate Zimmer hat nicht nur über Jahrzehnte hinweg die frühkindliche Bildung auf nationaler wie internationaler Ebene geprägt, sondern mit ihrer unvergleichlichen Energie auch das nifbe zu einer Erfolgsgeschichte gemacht“, so Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. Bundesweit sei das nifbe „ein Vorzeigemodell für die enge Verbindung von Wissenschaft und Praxis“ und bilde in Niedersachsen einen wichtigen Baustein für die weitere Professionalisierung des Feldes der frühkindlichen Bildung und Entwicklung.

Renate Zimmer war von 1981 bis 2016 als Professorin für Sportwissenschaft im Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Osnabrück tätig und machte sich auf nationaler wie internationaler Ebene durch zahllose Forschungsprojekte und Publikationen einen Namen.

Schon zu Zeiten als die frühkindliche Bildung noch als „Karrierekiller“ galt, widmete sie sich als Sport- und Erziehungswissenschaftlerin dieser mit unermüdlichem Engagement und zeigte das Potenzial der Bewegung als Schnittstelle zur sozialen, emotionalen und kognitiven Kompetenzentwicklung oder auch zuletzt zur Sprachbildung auf. Dabei blieb sie nicht auf der Forschungsebene stehen, sondern sorgte gleichzeitig durch Modellprojekte, durch Bücher wie „Toben macht schlau“ und eine rege Vortragstätigkeit für den Transfer ihrer Ergebnisse in die Praxis der KiTas und Grundschulen. Zu einem Aushängeschild wurde auch der von ihr initiierte und geleitete Kongress „Bewegte Kindheit“, der 1991 zum ersten Mal stattfand und sich mit zuletzt über 3.000 TeilnehmerInnen und über 170 Vorträgen, Seminaren und Workshops zu dem bundes- und wohl auch europaweit größten Kongress zur frühkindlichen Bildung entwickelte. 2007 wurde Renate Zimmer für Ihr Engagement im frühkindlichen Bereich so auch mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Als eine der renommiertesten Frühpädagoginnen in Niedersachsen und weit darüber hinaus übernahm Prof. Dr. Renate Zimmer dann in dem ebenfalls 2007 gegründeten nifbe eine Doppelrolle als Vorstandsvorsitzende und als Leiterin der Forschungsstelle Bewegung und Psychomotorik.

Schnell konnte sich das nifbe unter ihrer Leitung als wichtiger Impulsgeber für die frühkindliche Bildung und Entwicklung in Niedersachsen etablieren. Eine erste Evaluation 2011 bescheinigte dem innovativ aufgestellten Institut so auch „eine hohe Ausstrahlung im Land Niedersachsen, aber auch bereits bundesweit“. Kontinuierlich  entwickelte Prof. Dr. Renate Zimmer gemeinsam mit ihren VorstandskollegInnen und dem interdisziplinären Team das nifbe und dessen zentralen Standbeine „Forschung“, „Vernetzung“ und „Transfer“ weiter und sorgte in den Verhandlungen mit dem Land für die entsprechenden finanziellen Rahmenbedingungen. Erfolgreich hat sie das nifbe allerdings auch durch manche politische Klippen und Untiefen geführt – so als unter der rot-grünen Landesregierung im Jahr 2015 die Existenz des nifbe auf dem Spiel stand. Erst nach öffentlichen Protesten und einer Vielzahl von „UnterstützerInnen“-Briefen und ExpertInnen-Statements sowie nach intensiver fachlicher und politischer Auseinandersetzung konnte das nifbe schließlich „im Kern“ gerettet und ab 2016 in neuer Struktur weiter geführt werden.

Als Vorstandsvorsitzende war Prof. Dr. Renate Zimmer auch in der Akquise von Drittmittelprojekten für das nifbe sehr erfolgreich – so hat beispielsweise eine Arbeitsgruppe unter ihrer Leitung von 2014 – 2018 das Land Nordrhein-Westfalen bei der Neuausrichtung der Sprachbildung und Sprachförderung unterstützt und seit 2017 begleitet eine nifbe-Arbeitsgruppe das Bundesprogramm „KiTa-Einstieg“ wissenschaftlich-konzeptionell. Rückblickend bringt die langjährige Vorstandskollegin und nifbe-Forschungsstellenleiterin Prof. Dr. Claudia Solzbacher das Erfolgsgeheimnis von Prof. Dr. Renate Zimmer auf den Punkt: „Niemals aufgeben, zur Not die Nacht zum Tag machen und kompromisslos für die eigenen Überzeugungen einstehen.“

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nifbe

 

 

 

 


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