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Jetzt abstimmen: Aqua Light für Nachhaltigkeitspreis nominiert

Diplom-Biologe Helgo Feige (r.) erläutert Wigos-Geschäftsführer Siegfried Averhage die Funktion der winzigen Wasserlinse im Symbiofilter. Die lebende Anlage kann sowohl Abwasser als auch Luft reinigen und ist für den deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert. © für Abbildung: PR; Quelle: Wigos; Aufnahme: Kimberly Lübbersmann(pr/eb) Bramsche, 14. November 2017 / Das Bramscher Unternehmen Aqua Light ist Hersteller und Großhändler für Aquaristik-Zubehör und weltweit ein Begriff. Gemeinsam mit dem Physiker Prof. Dr. Hilmar Franke und der Universität Osnabrück entwickelte Aqua Light einen "Lebenden Filter", der Abwasser auf natürlicher Basis mit Hilfe verschiedener Wasserpflanzen und Mikroorganismen klärt. Jetzt wurde der Symbiofilter für den deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Forschung nominiert.

Die Auszeichnung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wird am 8. Dezember in Düsseldorf verliehen. Wer von den drei Kandidaten letztlich das Rennen um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis macht, kann Jeder im Online-Voting mitbestimmen. Und zu gewinnen gibt´s auch noch was - zwei Eintrittskarten für die Preisverleihung am 8. Dezember in Düsseldorf.

Aqua Light-Geschäftsführer Klaus-Jürgen Feige und sein Bruder Helgo, der als Projektmanager unter anderem die Entwicklung des Symbiofilters leitet, sind nicht nur begeisterte Aquarianer, sondern als Erfinder und Biologen auch hoch interessiert an Umweltthemen.

"Die Reinigung von Wasser spielt natürlich auch in der Aquaristik eine große Rolle: Da lag der Schritt zu größeren Anwendungen nahe", skizzierte Helgo Feige. Das über viele Jahrzehnte gewachsene Know-how aus der angewandten Physik von Prof. Franke, der unter anderem mehrere Jahre lang in Wallenhorst ein Technologiezentrum für Algenzucht leitete, komplettierte das Forscherteam der Firma Aqua Light, das von der Uni Osnabrück begleitet wurde.

Die Brüder Feige experimentierten mit der Wasserpflanze Lemna, auch als Wasserlinse oder "Entengrütze" bekannt. Mit einem Eiweißanteil von bis zu 40 Prozent wächst die kleine Pflanzen exponentiell am Tag bis zu 100 Prozent und breitet sich in Windeseile auf Wasseroberflächen aus. Dabei verstoffwechselt sie fast nebenbei die Nähr- oder Schadstoffe des Wassers. Bei ihrer Nahrungsaufnahme ist sie nicht wählerisch: Ob Nitrat, Phosphate oder Schwermetalle - Lemna nimmt alles auf. Ihre Wirkung lässt sich durch die im Filter eingesetzten Mikroorganismen, mit denen sie in einer Symbiose leben, weiter steigern.

Die Bramscher Klärwerke haben als Kooperationspartner den ersten Prototyp des Symbiofilters in Erprobung. Im Symbiofilter wird das Abwasser mit langsamer Fließgeschwindigkeit durch ein Kaskadensystem transparenter Becken geleitet, das die Kultivierung von Wasserlinsen und Mikroorganismen auf geringstem Raum ermöglicht. Alle Becken sind mit einer Anfangskultur der lebenden Pflanzen präpariert, die sich schnell vermehren und gleichzeitig die Schadstoffe aus dem Wasser aufnehmen. Dann werden regelmäßig die Wasserlinsen samt Schadstoffen geerntet – sehr simpel, da sie auf der Wasseroberfläche schwimmen.

Die angelagerten Algen werden durch Oberflächenabzug entfernt. Die Pflanzen können dann je nach Inhaltsstoffen entweder entsorgt oder etwa als Dünger auch weiter verwertet werden. "Bisher sind die Ergebnisse der Erprobung sehr gut", betonte Feige. Parallel zur Erprobung wird kräftig weiter geforscht: Inzwischen steht auf dem Hof des Unternehmens ein umgebauter Schiffscontainer mit einem zehnstufigen Kaskadensystem, der sich im Winter auch heizen lässt. Denn die sattgrünen Minipflanzen brauchen für ihr Wachstum neben Licht auch Wärme – bei Temperaturen von unter zehn Grad sinken sie auf den Grund und reduzieren den Stoffwechsel auf ein Minimum.

Der Symbiofilter kann jedoch nicht nur Wasser reinigen, sondern auch Luft. "Denn kommunale Kläranlagen haben auch Probleme mit den Geruchsimmissionen", schilderte Feige. Der so genannte Wäscher, ein rund zwei Meter großer Plexiglaszylinder, in dem Wasser versprüht wird,  ermöglicht die Reinigung von Abluft aus dem Klärwerk. Der Wäscher verwendet nur Wasser mit Mikroalgen und Mikroorganismen aus dem Symbiofilter und reduziert die Geruchsbelastung signifikant, ohne dabei Abwasser zu erzeugen. Die aufgenommenen Nährstoffe werden anschließend im Symbiofilter verstoffwechselt.

Daran wird deutlich, dass sich der Symbiofilter neben der Abwasserreinigung in Klärwerken viele Einsatzmöglichkeiten bieten. "Auch für die hohe Feinstaubbelastung in den Städten könnte der Symbiofilter eine aktive Lösung darstellen", zeigten sich die Feiges überzeugt. So könnte er an Verkehrsknotenpunkten im Innenstadtbereich die Feinstaubbelastung deutlich reduzieren.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Osnabrück (Wigos) hat bereits Kontakte zu anderen Unternehmen  im Bereich Umweltschutz vermittelt. "Hier eine Vernetzung herzustellen, kann Impulse für weitere Innovationen und Kooperationen geben", machte Wigos-Geschäftsführer Siegfried Averhage deutlich.

Online-Voting Nachhaltigkeitspreis

Aqua Light

Wigos

Uni Osnabrück

 

 

 


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