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Positive Bilanz: Wieder mehr als eine Millionen Besucher im Zoo

Tobias Welzel (Firma Grüner Zweig), Albert Brokamp (Firma Scholle), Angelika Mösche (Büro Drecker), Zoodirektor Prof. Michael Böer, Zooinspektor Hans-Jürgen Schröder und Zookurator Tobias Klumpe (v.l.) auf dem zweiten Teilstück von Manitoba, das bis zu den Sommerferien fertig werden soll. © für Abbildung: PR; Quelle: Zoo OS; Aufnahme: Lisa Josef(pr/eb) Osnabrück, 29. Januar 2018 / Zufriedene Zoobesucher und eine positive Jahresbilanz – die Verantwortlichen des Osnabrücker Zoos blickten jetzt auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück. Dennoch kein Grund, sich auf dem Erreichten auszuruhen: Trotz leicht gestiegener Einnahmen ist die Finanzsituation aufgrund anstehender notwendiger Gehegeverbesserungen weiterhin angespannt. Und das, obwohl die Einnahmen durch Eintrittserlöse um sieben Prozent gesteigert wurden, wie Zoo-Geschäftsführer Andreas Busemann berichtete.

"Im vorletzten Jahr haben wir 5.380.000 Euro eingenommen, im letzten Jahr erzielten wir Einnahmen von 5.750.000 Euro. Davon ist ein Drittel durch Jahreskarten zustande gekommen, zwei Drittel durch Tageskarten", so Busemann.  Insgesamt verlief das Jahr 2017 leicht besser als geplant mit etwas über 400.000 Euro Mehreinnahmen, geplant waren 350.000 Euro. "Allerdings haben wir Abschreibungen in Höhe von 900.000 Euro, wodurch sich ein Bilanzverlust von 500.000 Euro ergibt, der in dieser Höhe auch geplant war".

Die Erlöse betrugen insgesamt 7,6 Millionen Euro. Darin enthalten sind die Eintrittserlöse mit 75 Prozent, die Sponsoring-Gelder mit 11 Prozent sowie Spenden mit 5 Prozent. Dagegen stehen die Aufwendungen ohne Abschreibungen in Höhe von 7,2 Millionen Euro. Der größte Posten sind mit 57 Prozent die Personalkosten.

Insgesamt werde die Finanzierung immer komplizierter, so Busemann: "Der Cash-Flow von 400.000 Euro reicht nicht für die wichtigsten Investitionen, die wir noch machen müssen, um die Tierhaltung in allen Bereichen auf den aktuellsten Stand zu bringen. Deshalb müssen wir diese Bauprojekte immer in Kombination von Krediten und Fundraisingaktionen angehen. In der Vergangenheit haben wir ja schon mit der Aktion 'Wir für Buschi' sowie aktuell mit 'Löwen für Löwen" Geld gesammelt".

Aus Sicht der Tierparkbetreiber hat der Osnabrücker Zoo gegenüber Nachbarzoos einen Wettbewerbsnachteil, denn: "Münster erhält zurzeit fast 4 Millionen Euro kommunalen Zuschuss für den Betrieb des Zoos und zusätzlich soll es einen weiteren Zuschuss für notwendige Investitionen in Millionenhöhe geben. Hannover erhält derzeit 3 Millionen Euro Zuschuss pro Jahr plus 35 Millionen Euro für den Masterplan mit weiteren Umbauten", machte Busemann deutlich. Dagegen erhalte Osnabrück nur 0,7 Millionen Euro, wobei darin der laufende Zuschuss nur 83.000 Euro betrage, da der Rest zum Kreditabbau für die in den vergangenen Jahren realisierten Tierwelten genutzt werde.

Um das enge Budget des Zoos etwas aufzubessern, wird der Zoo auch 2018 viele Veranstaltungen anbieten. "Wir wollen auf jeden Fall mit den 'Zoo-Lights' den Schölerberg im Herbst wieder erleuchten und werden dafür das Konzept mit zusätzlichen Künstlern an den Wochenenden sowie mit einer Laternenwoche zum Abschluss weiter entwickeln. Außerdem stehen die Chancen sehr gut, dass wir den 'Winterzauber', den wir in diesem Jahr erstmals mit Kunsteisbahn, Kinderkarussell und besonderer Gastronomie realisiert haben, wiederholen", wagte Busemann einen Ausblick.

Zusätzlich seien mit dem Verein "Löwen für Löwen" weitere Spenden-Aktionen wie die "Löwenmahlzeit" am 14. September zugunsten der Vergrößerung der Löwenanlage geplant. Parallel arbeite Busemann mit seinem Team an Ideen für die Vergrößerung der Elefantenanlage. "Das wird in den nächsten fünf bis zehn Jahren noch mal ein sehr großer Brocken für uns, aber wir müssen die Anlage mittelfristig unbedingt vergrößern", betonte Busemann. Um die letzten erforderlichen Großinvestitionen, insbesondere die Elefantenanlage, vorzubereiten und das Bilanzbild des Zoos abzusichern, baut Busemann zurzeit parallel einen Finanzbeirat auf. Dieser soll Ende des Jahres vorgestellt werden.
 
Darüber hinaus steht als Höhepunkt des Jahres die Eröffnung der Manitoba-Tierwelt an. Nach der Bilanzvorstellung folgte ein Ausblick auf die noch ausstehenden Arbeiten. Im Herbst vergangenen Jahres war der erste drei Hektar große Teil der Nordamerika-Landschaft fertig gestellt worden. Dort sind bereits Waldbisons, Schwarzbären sowie Hudson-Bay-Wölfe eingezogen. Derzeit laufen in dem zweiten 0,5 Hektar großen Bereich die letzten Bauarbeiten.

"Die Biberburg und das Wasserbecken für die Biber sowie die Zaunanlagen der anderen Kleintiergehege sind zu 80 Prozent fertig gestellt. Der Rohbau des Technikgebäudes und des Baumstachlerstalls stehen, ebenso die Schnee-Eulen-Scheune. Die Gehegeflächen sind vormodelliert und die Besucherwege sind im Unterbau fertig", berichtete Angelika Mösche, Bauleiterin des Büros Drecker. Bis zu den Sommerferien werden die Bauarbeiten in der insgesamt 3,5 Millionen Euro teuren Tierwelt voraussichtlich fertig gestellt sein.

Parallel laufen die Gespräche für die neuen Bewohner, wie der zuständige Kurator Tobias Klumpe erläuterte: "Wir sprechen mit Kollegen in anderen europäischen sowie kanadischen Zoos, um die neuen Tiere zu bekommen. In die insgesamt sechs neuen Anlagen sollen Baumstachler, Stinktiere, Kanadische Biber und Murmeltiere neu einziehen. Von unseren bisherigen Tierarten ziehen die Schnee-Eulen, Polarfüchse und Bartkauze nach Manitoba".

Allerdings könne es immer noch mal Veränderungen bei Tierarten geben, da dafür zum Teil in anderen Zoos erfolgreich Nachwuchs großgezogen werden muss, ergänzte Zoodirektor Prof. Michael Böer. Voraussichtlich werden die Tiere nach und nach einziehen, so dass die Besucher ab dem Sommer bereits einige Tiere im zweiten Teil von Manitoba entdecken können. Bis zum Herbst soll Manitoba dann komplett sein.   

Zoo Osnabrück
 

 

 
 
 
 

 


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