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Paracelsus-Kliniken: Insolvenzplan steht

Die Konzernzentrale der Paracelsus-Kliniken in Osnabrück – auch in Zukunft? © für Abbildung: PR; Quelle: Paracelsus-Kliniken(pr/eb) Osnabrück, 29. Mai 2018 / Es sieht ganz danach aus, als ob in den Paracelsus-Kliniken doch nicht die Lichter ausgehen: Der Insolvenzplan, der einen schnellstmöglichen Übergang der Klinikgruppe auf den Investor Porterhouse vorsieht, wurde beim Amtsgericht Osnabrück eingereicht. Die Gläubiger haben bei einer entsprechenden Versammlung einstimmig in allen Gruppen diesem Insolvenzplan zugestimmt. Sobald der Insolvenzplan durch Beschluss des Amtsgerichts rechtskräftig wird, wird die Übernahme durch Porterhouse vollzogen.

Es wird damit gerechnet, dass bereits am 30. Juni - gerade einmal sechs Monate nach dem Insolvenzantrag - das Verfahren aufgehoben wird. Bis dahin leiten der Geschäftsführer Michael Schlickum sowie die Eigenverwaltung die Klinikgruppe weiter. "Ich freue mich, dass die Gläubiger einstimmig den Insolvenzplan angenommen haben. Das ist ein wichtiger Durchbruch für die Sanierung der Klinikgruppe und für den Neuanfang. Dies ist ein guter Tag für die Mitarbeiter und für die Klinik-Standorte", freute sich Dr. Rainer Eckert, Sachwalter der Paracelsus-Kliniken.

Die Gläubiger können nach derzeitigem Stand mit einer außergewöhnlich hohen ersten Planquote von beinahe 42 Prozent rechnen. Bei Regelinsolvenzverfahren liegt die durchschnittliche Ausschüttungsquote bei deutlich unter fünf Prozent. Die Planquote wird den Gläubigern zwei Monate nach Eintreten der Rechtskraft des Insolvenzplans und nach Aufhebung des Verfahrens ausgezahlt.

"Natürlich legen wir sehr großen Wert auf eine bestmögliche Gläubigerbefriedigung. Neben der ersten Ausschüttung der Planquote im Sommer 2018 haben die Gläubiger durchaus die Aussicht auf eine weitere signifikante Ausschüttung. Dadurch würden die Gläubiger erfreulicherweise insgesamt den weit überwiegenden Teil ihrer Forderungen zurück erhalten", erläuterten die Restrukturierungsexperten Andreas Ziegenhagen und Daniel F. Fritz. Diese zusätzliche Besserungsquote, die etwa in 2021 ausgeschüttet würde, käme zu der bisherigen Planquote von 42 Prozent auf die jeweiligen festgestellten Forderungen hinzu.

Inzwischen liegt auch die Freigabe für die Übernahme der Paracelsus-Kliniken durch Porterhouse vom Bundeskartellamt vor. Damit ist eine weitere wichtige Bedingung für die Übernahme durch Porterhouse mit Sitz in Luzern erfüllt worden. Mit dem Verkauf der Gruppe an den künftigen Eigentümer können alle Verpflichtungen aus dem Insolvenzplan erfüllt werden. Gleichzeitig greift das Restrukturierungskonzept der Eigenverwaltung und beschleunigt die Sanierung.

Diese wiederum stabilisiert die Klinikgruppe, erhöht die Ertragskraft und ermöglicht langfristig einen positiven Ausblick auf den Geschäftsbetrieb. Im Wesentlichen führen eine Portfolio-Anpassung, wie etwa die Schließung des Standortes Karlsruhe und defizitärer Fachabteilungen, der gezielte Ausbau von Leistungsschwerpunkten, diverse Kostensenkungen auf organisatorischer Ebene und im Einkauf sowie Personalmaßnahmen zu einer deutlich verbesserten und stabilen wirtschaftlichen Situation der Klinikgruppe.

Vor dem Antrag auf Eigenverwaltung konnten die Paracelsus-Kliniken insgesamt nicht wirtschaftlich betrieben werden, weil insbesondere die Akutkliniken in Karlsruhe, Osnabrück und Henstedt-Ulzburg über Jahre teils erhebliche Verluste erwirtschafteten. Kritisch ist weiterhin die Entwicklung des Reha-Standortes 'Rotenfelsklinik' in Bad Münster, der seit mehreren Jahren Verluste schreibt und einen beträchtlichen Investitionsrückstau aufweist.

Hier wird die Eigenverwaltung im Rahmen des noch laufenden Insolvenzverfahrens ergebnisoffen alle Optionen für die Reha-Klinik in Bad Münster prüfen, die auch einen Verkauf oder letztlich die Aufgabe der Klinik einschließen. Nach konsequenter Durchführung der Sanierungsmaßnahmen ist es der Eigenverwaltung und der Geschäftsführung - unterstützt und überwacht durch den Sachwalter - gelungen, die Klinikgruppe als Ganzes zu erhalten, sie zu stabilisieren und nun an einen verantwortungsvollen neuen Eigentümer zu übertragen. Der neue Eigentümer Porterhouse wird die weiteren Schritte zur Neuaufstellung des Unternehmens begleiten.

Die Paracelsus-Kliniken zählen mit rund 40 Einrichtungen an insgesamt 22 Standorten zu den großen privaten Klinikträgern in Deutschland. Bundesweit betreuen rund 5.200 Mitarbeiter jährlich mehr als 100.000 stationäre Patienten. Sitz der Gesellschaft ist Osnabrück, bisher ist nicht bekannt, dass sich dies künftig ändern soll.

Paracelsus-Kliniken
 

 

 

 

 


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