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55.000 Geräte werden angepasst: Erdgasumstellung geht in die heiße Phase
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Lokale Unternehmen und regionale Wirtschaft

Geschafft: Stadtwerke haben alle gasbetriebenen Geräte erfasst

Das Projektteam freute sich über den Abschluss bei der Erhebung der Gasgeräte. © für Abbildung: PR; Quelle: Stw OS(eb/pr) Osnabrück, 11. Juli 2018 / Die Stadtwerke Osnabrück bereiten seit November 2016 die Erdgasumstellung vor. Jetzt verkündete Stadtwerke-Chef Christoph Hüls die Zielerreichung: Alle rund 58.000 gasbetriebenen Geräte in Osnabrück seien nun erfasst, auf Basis der erhobenen Daten werden die ersten Geräte bereits ab Oktober für das neue Erdgas angepasst. In Deutschland werden zur Energieversorgung aktuell noch zwei verschiedene Erdgasarten eingesetzt: das L-Gas (Low Calorific Gas) sowie das H-Gas (High Calorific Gas).

Etwa ein Viertel der deutschen Haushaltskunden wird derzeit mit L-Gas versorgt, so auch die Osnabrücker Region. Das L-Gas stammt aus deutschen und niederländischen Vorkommen, wobei die Förderung rückläufig ist. Ab 2030 soll der Export von L-Gas nach Deutschland komplett eingestellt werden. Deshalb muss der gesamten Nordwesten Deutschlands von L- auf H-Gas umstellen – Osnabrück als eines der ersten Gebiete schon bis zum Jahr 2019.  

Umstellung bedeutet in diesem Zusammenhang den Wechsel des transportierten Erdgases in einem Netzgebiet, wodurch sich die Gasbeschaffenheit ändert. Dazu ist es notwendig, das Netz und vor allem auch alle Gasverbrauchsgeräte in allen betroffenen Haushalten sowie im Gewerbe- und Industriesektor nach und nach umzustellen bzw. anzupassen. Angepasst werden müssen sehr unterschiedliche Geräte von der Gastherme über den Gasherd bis hin zu gasbetriebenen Industrieanlagen sowie Gasanlagen an Tankstellen.

Diese müssen genauestens erfasst und anschließend individuell auf die H-Gasverwendung eingestellt werden – im Regelfall durch einen Austausch der Gasdüsen. Durchgeführt werden sowohl die Geräteerhebung als auch die -anpassung von eigens dafür zertifizierten Serviceunternehmen. Die Erhebung der Gasgeräte sowie die Vorbereitungen für die Anpassung laufen dabei parallel. Die bereits erhobenen Daten werden in einem ersten Schritt mit einer speziellen Anpassungsdatenbank abgeglichen.

"So sehen wir in der Regel, ob und welche Teile getauscht werden müssen, damit die Geräte die neue Gassorte effizient verbrennen können", erklärte Heinz-Werner Hölscher, Geschäftsführer des Stadtwerke-Tochterunternehmens SWO Netz. Eine Herausforderung, denn: In Deutschland gibt es schätzungsweise rund 45.000 unterschiedliche Gasgeräte-Typen und die bundesweite Anpassungsdatenbank wird stetig mit neuen Daten gefüttert.

Diese Flyer informieren über die Erdgasumstellung in Osnabrück. © für Abbildung: PR; Quelle: Stw OSBei der Auswertung haben sich einige Geräte nicht auf Anhieb in der bundesweiten Datenbank zuordnen lassen. "Deshalb haben wir gründlich recherchiert und zudem internes und externes Expertenwissen hinzugezogen", erläuterte Hölscher. "Aus anderen Städten, die bereits umstellen, gibt es Erfahrungswerte, dass ein geringer Anteil von Geräten nicht angepasst werden kann".
 
Das kann mehrere Gründe haben: Beispielsweise, weil das Gerät schlichtweg noch nicht in der Datenbank steht oder auch weil der Hersteller keine Ersatzteile mehr herstellt. "Dann recherchieren wir gründlich, ob und inwieweit wir das jeweilige Gerät trotzdem für das H-Gas anpassen können. Erst wenn feststeht, dass ein bestimmtes Gerät definitiv nicht angepasst werden kann, informieren wir schnellstmöglich die Besitzer", so Hölscher. Eine Herausforderung, denn: Alleine in Osnabrück fanden sich unter den erhobenen Gasgeräten etwa 5.000 verschiedene Gerätetypen und 57 Gerätearten.

"Ab kommender Woche erhalten die Eigentümer eines solchen Gasgerätes ein Schreiben mit ausführlichen Informationen sowie Hinweisen, was nun zu tun ist und wie wir auch finanziell unterstützen können. Die Kunden haben dann gut sechs bis neun Monate Zeit, sich um den Austausch zu kümmern", so Hölscher.

"Wir wissen, dass dies keine leichte Situation für unsere Kunden ist und empfehlen jedem, der ein Anschreiben erhält: Kommen Sie zu uns ins Erdgasbüro oder ins Servicezentrum am Nikolaiort und lassen Sie sich beraten. So können wir gemeinsam eine passgenaue Lösung finden", ergänzte Hüls. Der Gesetzgeber hat für diese Fälle zwei Verordnungen zu Fördermöglichkeiten erlassen.
 
Aufgrund des guten Verlaufs der Erhebungsphase kann bereits im Oktober bei einigen Geräten mit der Anpassung gestartet werden. "Es gibt ganz grob drei Geräteklassen: Solche, die lange vor, kurz vor und nach der Gasumstellung angepasst werden können", erläuterte Projektleiter Christian Lüttkemöller.

Gasumstellung meint dabei den Moment, wo erstmals H-Gas durch die Leitungen des Wohngebietes fließt. "Ab Oktober werden also jene Gasgeräte aufgesucht, die sich dafür eignen, bereits geraume Zeit vor der Gasumstellung angepasst zu werden. Die Eigentümer der Geräte erhalten vorab wie gewohnt ein entsprechendes Terminanschreiben", so Lüttkemöller weiter. Der Großteil der Geräte werde aber wie geplant im Jahr 2019 angepasst. Einige wenige Erdgas-Kunden bekommen dann sogar einen dritten Monteurbesuch: Zur Qualitätssicherung wird bei jedem zehnten Gasgerät geprüft, ob die Erhebung und die Anpassung fachgerecht durchgeführt wurde – das erfolgt über den gesamten Zeitraum der Erdgasumstellung hinweg.

Zur Informationskampagne gehört auch die frühzeitige Einbindung der Polizei Osnabrück. "Wir haben gemeinsam ein Sicherheitskonzept entwickelt, wie sich die Osnabrücker vor Trickbetrüger schützen können", erläuterte Martin Schmitz vom Präventionsteam der Polizei Osnabrück. "Denn Maßnahmen wie die Erdgasumstellung rufen leider auch Betrügerbanden auf den Plan". Die beauftragten Firmen und Monteure könnten sich jederzeit ausweisen.

Den Erdgas-Kunden entstehen für die Umstellung keine direkten Kosten: Alle anfallenden Kosten werden zunächst vom jeweiligen Netzbetreiber übernommen, gesammelt und anschließend über die Netzentgelte auf alle Verbraucher bundesweit umgelegt. Das Erdgas wird auch nicht teurer: Zwar verringert sich die verbrauchte Kubikmetermenge, dafür ist der Brennwert höher – so bleibt der Verbrauch in Kilowattstunden gleich. Denn der Preis bezieht sich beim Gas auf den Energiegehalt: L-Gas hat einen geringeren Methangehalt und damit einen geringeren Brennwert beziehungsweise Energiegehalt als H-Gas. Ein Kubikmeter L-Gas ist also entsprechend günstiger als ein Kubikmeter H-Gas. Der Kunde bezahlt jedoch nicht das Volumen an Erdgas, das er verbraucht, sondern die darin enthaltene Energiemenge.

Weitere Informationen zur Umstellung geben die Stadtwerke unter dem Titel "Hi, Gas" im Internet. Auch die Bundesnetzagentur hat ein Infoportal bereit gestellt, aus dem detaillierte Hinweise ergehen. Dort finden sich unter anderem wichtige Informationen zum Schutz gegen Trickbetrüger. Für Fragen zur Erdgasumstellung in Osnabrück steht die Servicenummer 0541 / 20022230 von montags bis freitags zwischen 7 und 18 Uhr zur Verfügung. Fragen können auch per E-Mail (gasumstellung@swo-netz.de) gestellt werden.

Erdgasumstellung Osnabrück

Infos zur Erdgasumstellung bei der Bundesnetzagentur
 

 

 

 


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