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Lokale Unternehmen und regionale Wirtschaft

Viel Ruhe auf Baustellen: IHK kritisiert Stadtverwaltung

Baustellen sorgen immer wieder für Ärgernisse bei Anwohnern und Pendlern, sind aber unumgänglich. © für Abbildung: PR; Quelle: Stadt OS; Aufnahme: Simon Vonstein(pr/eb) Osnabrück, 2. August 2018 / Derzeit werden weder Anwohner noch Besucher oder Pendler das Gefühl los, Osnabrück sei eine einzige Baustelle. Tatsächlich wird derzeit auf 23 Baustellen daran gearbeitet, das Versorgungsnetz sowie die Verkehrswege in Stand zu setzen. Damit hat sich jetzt die Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim (IHK) beschäftigt, die das Baustellenmanagement der Stadt kritisiert. Auf Basis der städtischen Infos im Internet wertete die IHK (Stand: 17.07.2018) die Baumaßnahmen aus und kam auf eine durchschnittliche Dauer von 290 Tagen - neun Monate und 20 Tage.

"Auch wenn die aktuelle Ferienzeit die Situation auf den Straßen etwas entschärft, sind viele Verkehrsteilnehmer unzufrieden. Denn auch potenzielle Ausweichstrecken sind durch andere Baustellen beeinträchtigt. An vielen Baustellen ist häufig eine aktive Bautätigkeit nicht erkennbar", kritisierte Anke Schweda, IHK-Geschäftsbereichsleiterin Standortentwicklung, Innovation und Umwelt. Eine weitsichtige, verkehrsverflüssigende Planung und zügige Baustellenbearbeitung könnten hier Abhilfe schaffen. Auch sollten innovative Bautechniken wie seinerzeit das Tunnelbauverfahren in der Lotter Straße verstärkt zum Einsatz kommen.

Eine schnelle Baustellenabwicklung sei von großer Bedeutung für die Wirtschaft. Denn in Baustellenbereichen ansässige und auf Besucherverkehr angewiesene Unternehmen verzeichneten Frequenz- und Umsatzrückgänge. Bei mehrjährigen Baumaßnahmen sei dies wirtschaftlich nur schwer zu verkraften. Auch für Logistikbetriebe seien diese Verzögerungen mit hohen Kosten verbunden, da Waren zu spät ankommen würden und Mitarbeiter länger arbeiten müssten. Ganz besonders betroffen seien zudem die Beschäftigten, die vor und nach der Arbeit unfreiwillig deutlich mehr Zeit im Stadtverkehr verbringen müssten. Darum solle die öffentliche Hand bei der Auftragsvergabe nicht nur auf die Kosten der reinen Baumaßnahme abstellen, sondern auch den gesamtwirtschaftlichen Nutzen einer beschleunigten Baustellenabwicklung berücksichtigen.

 Aus dieser Karte gehen die derzeitigen Baustellen auf Osnabrücker Stadtgebiet hervor. © für Abbildung: PR; Quelle: Webseite Stadt OSBei allem Verständnis für die überfällige Sanierung von Straßen sowie der Ver- und Entsorgungsinfrastruktur erscheinen viele Baustellen in der Gesamtschau unkoordiniert und optimierbar: So ist die Knollstraße baustellenbedingt seit Ende 2016 voll gesperrt und wird voraussichtlich erst Ende 2019 wieder befahrbar sein. "Hauptkritikpunkt bleibt die Dauer solcher Maßnahmen. Von den 22 ausgewerteten Baustellen laufen zwei seit 2016 und fünf seit 2017", so Schweda weiter. Kaum einem Unternehmer, Mitarbeiter und Bürger sei vermittelbar, warum diese Baumaßnahmen so viel Zeit erfordern. Einziger Lichtblick bei der Auswertung der Liste sei gewesen, dass die meisten Maßnahmen in diesem Jahr abgeschlossen werden sollen. Allerdings seien hier sicherlich bei der einen oder anderen Baustelle weitere Verzögerungen nicht auszuschließen.

Darauf konterte die Stadt, die zu einer "kürzeren" durchschnittlichen Dauer der Baustellen kam: Sie errechnete 39 Wochen, also rund acht Monate. Eine durchschnittliche Betrachtung der Baustellentätigkeit sei jedoch wenig hilfreich, da diese den individuellen Erfordernissen der jeweiligen Baustelle nicht gerecht werde. Auch werde versucht, bei der Planung sämtliche Aspekte des ÖPNV sowie des Individualverkehrs zu berücksichtigen. Zudem gäbe es rechtliche Vorgaben für den Arbeitsschutz und die Verkehrssicherheit, die Art und Umfang der Absperrmaßnahmen entscheidend beeinflussen.

Nur selten stoßen Baustellen auf ein so starkes Verständnis wie bei der Laga in Bad Iburg – dort gab es sogar Baustellenführungen. © für Abbildung: PR; Quelle: LKOSNacht- und  Wochenendarbeit sind in Deutschland nur begrenzt möglich und müssen vom Gewerbeaufsichtsamt genehmigt werden. Bei Straßenabschnitten in Wohngebieten ist dies wegen der Nachtruhe kaum möglich. Gemäß Arbeitsschutzverordnung sind Arbeitseinsätze über 10 Stunden pro Tag nicht zulässig. Ein Mehrschichtbetrieb lasse sich "nur schwer organisieren, da zusätzliche Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt nicht zu bekommen sind".

Ob auf einer Baustelle gerade gearbeitet werde oder wie viele Bauarbeiter auf einer Baustelle tätig seien, sei nicht allein ausschlaggebend für den Baufortschritt. So bestünden zahlreiche Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Arbeitsschritten und Abläufen, die nicht beliebig kombinierbar, sondern aufeinander abzustimmen seien, um gegenseitige Behinderungen auszuschließen. Hinzu kommen Unwägbarkeiten wie Rohrbrüche, Gasaustritte oder andere Ereignisse, die natürlich in der Priorität ganz oben stehen und bevorzugt bearbeitet werden – ein Einfluss auf den Ablauf anderer Baumaßnahmen kann nicht immer ausgeschlossen werden.

So sei keine Baustelle wie die andere und es werde jedes Mal individuell geprüft,  welches Bauverfahren zur Anwendung kommen kann, da nicht jedes Verfahren aus technischen und / oder wirtschaftlichen Gründen überall eingesetzt werden kann. Die auftretenden "Probleme" führt die Stadt nicht auf  unkoordiniertes Handeln oder Fehlplanungen zurück, sondern läge in der Natur der Sache: Bei 70.000 täglichen Pendlern seien Osnabrücks Straßen auch ohne Baustellen gut ausgelastet.

Sowohl Stadt als auch Stadtwerke würden sich kontinuierlich für eine Verbesserung des gemeinsamen Baustellenmanagements engagieren. Und letztlich dürfe nicht vergessen werden, dass die Baumaßnahmen der reibungslosen Versorgung der Osnabrücker mit Breitband, Strom, Gas, Wasser und Abwasserentsorgung sowie Straßenerneuerung und Straßensanierung dienen.

Stadt Osnabrück

IHK

Stadtwerke Osnabrück

Aktuelle Osnabrücker Baustellen

Meldungen der Stadtwerke zu Busumleitungen
 


 


 

 


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